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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 11-12 (1861) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
11-12 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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186 Jeder, welcher ein Wort zu Gunsten der Juden redete, wurde als ein geheimer Feind des Kreuzes und als ein Verräther des Blutes Jesu bezeichnet. Endlich wurde die Sache beigelegt, und wir, fanden, daß wir solchen Einfluß erlangt hatten wie nie zuvor. Die Häuser der ersten Kaufleute in Bucharest standen uns offen und bald darauf bat mich eine jüdische Dame, ein Neues Testament für sie zw besorgen, damit sie sich überzeugen könne, in wie weit das Benehmen der Christen dem Geiste Jesu gemäß sei, und daß diejenigen, welche an der Sache Theil genommen hätten, wahrhaft von dem Geiste Jesu Christi getrieben worden wären. Wir sind Schritt für Schritt vorwärts gegangen, indem wir öffentlich und privatim predigten. Bei einer Gelegenheit trafen wir mit einem siebenzigjährigen Manne zusammen, der unter Napoleon gedient hat und nun am Rande des Grabes stand. Er wurde von dem Bewußtsein seiner Schlechtigkeit und Unwürdigkeit gequält. Blickte er auf Sinai, so sähe und Hörte er nichts als Donner und Blitz und Flüche, und seine Seele bebte vor Schreck zurück bei dem Gedanken, vor seinen beleidigten Richter zu treten. In diesem Zustande waren seine Ge- , sichtszüge schrecklich verzerrt und wir erlangten Zutritt in sein Haus. Ich kroch zu seinem Bette, erklärte ihm genau, was Sinai sei, zeigte ihm den beleidigten Gott, daß durchs Gesetz keine Rechtfertigung kommt, daß durchs Gesetz nur Erkenntniß der Sünde und Verdammniß kommt, und als ich sah, wie die Angst seiner Seele wuchs, zeigte ich ihm das blutende Lamm, wie es von dem Propheten Jesaia geweiffagt ist, welches sein Blut am Kreuze vergoß, bat ihn, seine Augen aufzuheben und auf ihn zu sehen, wie die Israeliten auf die eherne Schlange in der Wüste sahen, erzählte ihm von der Liebe, von der Liebe, welche die Liebe aller Anderen weit übertrifft, von der Liebe, welche kann und will Alle selig machen, welche ihre Sünden bereuen und zu Jesu kommen und allein auf sein Verdienst und seine Fürbitte vertrauen. Der arme Mann konnte kein Wort aussprechen. Ich bar ihn, mir es mit einem Händedruck zu erkennen zu geben, wenn er seine Augen empor heben und allein auf Jesu ruhen lassen könnte. Er that das in einer höchst krampfhaften Weise; und sonderbar genug, obschon drei Aerzte alle Hoffnung auf seine Genesung

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