Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 11-12 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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184 warfen und -an das Kreuz schlugen, und wurde aufs Unbarmherzigste behandelt, bis sein Geschrei die Aufmerksamkeit der Obrigkeiterregte, die dann dazwischen trat. Die Aufregung beschränkte sich nicht auf Bucharest, sondern erstreckte sich auch aus andere Städte, und in der Stadt Buseo hielt ein Mann eine Rede zu einer Menge von siebenhundert bis tausend Menschen, in der er erklärte, daß kein Werk verdienstlicher, Gott wohlgefälliger und für Jesum, der, wie wir wissen für seine Mörder bat, genugthuender sein könne, als das, daß sie keinen Juden, keine Jüdin und kein jüdisches Kind am Leben ließen. Jedoch wurde der Aufregung in dieser Stadt Einhalt gethan. In einer benachbarten Stadt aber, an der Gränze der beiden Fürstenthümer wurde ein Kind vermißt, dessen Leichnam nach Verlauf von zehn oder elf Tagen in einer Ziegelei außerhalb der Stadt in einem furchtbar verstümmelten Zustande aufgefunden wurde. Der Districtsarzt, ein Jude, gab nach einer sorgfältigen Untersuchung ein sehr vernünftiges und augenscheinlich wahres Gutachten über die Umstände in Betreff der Todesart ab. Aber ein anderer Arzt, welcher den Juden abgeneigt war, flüsterte der Menge zu, welche außerhalb des Hauses sich versammelt hatte, daß der Arzt die Thal seines Volkes verheimlichen wolle — daß das Kind eins von den Opfern sei, dessen Blut man zum Gebrauche bei den künftigen Ostern abgezapft habe, und rief der Menge dabei die Aussagen in dem Buche ins Gedächtnis, welches vor Kurzem erst wieder gedruckt worden sei. Dies hatte dieselbe Wirkung, wie ein Funke in einem Pulverfasse. Die obrigkeitlichen Personen, die Gendarmerie — die Polizei und das Militair — der Gouverneur der Stadt, alle wurden in die Sache verwickelt, und nach wenig Augenblicken wurden vier Juden ergriffen und eingekerkert. Sie wurden in den Stock gelegt, so daß sie weder stehen noch liegen konnten. Die Obrigkeit war darauf bedacht, den Rabbiner zu ergreifen, und wo nur immer ein Mann, eine Frau oder ein Kind in der Straße gesehen wurde, so wurden sie mit Stöcken und Steinen verfolgt und angegriffen, und man machte den Versuch, ein fürchterliches Gemetzel unter ihnen zu beginnen, mit der Absicht nicht eine Seele am Leben zu lassen. - Zur Zeit dieser Krise kam der Aufruhr durch glückliche Umstände zu