Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 11-12 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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173 nen sei. Durch einige Lebensläufe wahrh.aft zu Christo bekehrter Israeliten ward in ihm der Entschluß geweckt, auch ein Bekenner und wo möglich ein Zeuge Jesu Christi zu werden. Den Seinigen konnte der veränderte Lebenswandel des jungen Mannes nicht verborgen bleiben. Sie freuten sich Anfangs über sein stilles, eingezogenes Wesen. Als sie aber erfuhren, daß er fleißig den christlichen Gottesdiensten beiwohnte, kam es zu scharfen Rügen und Drohungen. Doch konnten sie nichts antworten, als er fragte, ob denn der Besuch der Kirche ihn schlimmer mache. So ging er auch ferner, doch so viel als möglich im Geheimen, des Sonntags in die Kirche. Da seine Lehrzeit dem Ende zueilte, dachte er darauf irgendwo in der Ferne bei einem christlichen Uhrmacher ein Unterkommen zu suchen, um dort Religionsunterricht und später die heilige Taufe zu erlangen. Aber er sollte den Herrn in der Heimath bekennen und erst Trübsal erfahren um seines Glaubens willen. Ein christliches Schriftchen war ihm aus der Tasche gefallen und ward seinem Onkel überbracht. Da gab «6. ein strenges Verhör vor versammelter Familie. Der Jüngling hatte Schweres zu erdulden, blieb aber standhaft. Der Herr stärkte ihn. Aber die Seinigen mußte er verlassen und zog zu einem christlichen Freund. Noch besuchte er zuweilen die Synagoge, bis er im Oktober 1824 bei dem Uhrmacher Füßlin zu Stuttgard in Arbeit trat, und auch im Aeußeren als ein Christ lebte. Im April 1825 wurde er mit Dekan Herwig aus Eßlingen bekannt, der ihm freundlich zusagte, ihn bald in den Religionsunterricht nehmen zu wollen. Bald darauf begab er sich nach Eßlingen, hatte dort 8 Monate lang Unterricht und konnte endlich am 20. November 1825 sein Glanbensbckenntniß ablegen, und wurde vom Dekan Herwig durch die heilige Taufe in die christliche Kirche ausgenommen. Einige Zeit nach seiner Taufe bekam er auch die Erlaubniß, in das Missionsseminar zu Basel einzutreten, wohin er sich schon anderthalb Jahre vorher gemeldet. Hierdurch wurde nicht nur sein Wunsch erfüllt, sich zum Dienst eines Boten Jesu Christi vorzubereiten, sondern er trat auch in einen Kreis treuer Brüder ein und unter die Pflege geliebter erfahrener Lehrer. Sein Aufenthalt in diesem Hause dauerte 53/4 Jahre. Während dieser Zeit hatte e