Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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158 mit diesem mit Sünden befleckten Volke. Das war nicht der Auftrag, den der Heiland.seinen Jüngern gab, nein, er hatte Mitleiden mit seinen Feinden, betete für seine Verfolger, und zeigte seine Liebe und Barmherzigkeit sogar gegen seine Mörder. Und kann irgend Jemand daran zweifeln, daß das Evangelium, welches Menschen, deren Augen noch von dem Feuer des Haffes und der Rache glüheten, zu Thränen der Buße erweichte und sie dazu brachte, mit Zerknirschung und in Verzweiflung auszurufen: WaS sollen wir thun, daß wir selig werden? ich sage, kann irgend Jemand nach dem Zeugnisse solcher Beweise von der Macht deS Geistes daran zweifeln, daß das Evangelium mit seiner Kraft den hartnäckigen Juden und den eingefleischten Spötter bekehren könne? Gott sei Dank, daS Evangelium hat seit dem Tage, daß Petrus predigte und dadurch drei Tausend Seelen bekehrt wurden, seine göttliche Kraft noch nicht verloren; im Gegentheil beweist es seine seligmachende Kraft in allen Ländern und Himmelsstrichen, wo die Vertriebenen Zions eine Zuflucht und Heimath gefunden haben. Hinweg denn mit selbstischen Entschuldigungen und unwürdigen Ausreden; statt dessen müsse euch Mitleiden, Hoffnung und Liebe zu dem heiligen und Gott verherrlichenden Werke antreiben. Bei euren Gebeten, mitten in euern zahlreichen Bequemlichkeiten, bei der Zunahme aller Segnungen und Vorrechte, die ihr genießt, denkt an die armen Jude», denkt an ihn nicht als den Banquier und reichen Kaufmann, nicht als den Staatsmann und Politiker, sondern denkt an ihn, wie er in Arabien ist, als den Verfolgten und Unterdrückten, den Verbannten und Verachteten; denkt an ihn, wie er in Afrika ist, als an den in der Seele mit Angst Erfüllten und am Herzen Gequälten; ja denkt an ihn als Einen, der auf einem hohen Felsen steht und mit einem furchtbaren Sprunge in den brausenden und schäumenden Strom durch einen vorzeitigen Tod Vergebung und Annahme bei Gott sucht, und ich bin gewiß, daß, wenn ihr so an ihn denkt, ihr helfen werdet, der Fluth des Elends entgegen zu treten, und alles, was ihr könnt, thun werdet, den Strom des Wehs aufzuhalten. Der Antrag, den ich zu stellen habe, ist folgender: Daß diese Versammlung die ermuthigenden Nachrichten von den