Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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157 und der Türkei — in Osten und Westen — haben die Botschaft des Heils vernommen und auf die Predigt der erlösenden Liebe gehört, und nun verlangen wir eure ernsten Gebete und innige Fürbitte, daß der ausgestreute Same durch den Thau vom Himmel befeuchtet und die empfangenen Eindrücke durch den Geist des Herrn verstärkt werden mögen, und wenn ihr das thut, so werdet ihr schnell ein Pfingsten herbeiführen helfen, von welchem das in der Apostelgeschichte beschriebene nur ein schwaches Vorbild und ein Schalten war. My Lord, indem ich diese Bemerkungen mache, so schwelge ich nicht in den Fantasten und den Schwärmereien einer erregten Einbildungskraft, sondern ich weise auf Thatsachen hin, welche die Verwirklichung dieser schönen Hoffnung verheißen. Es ist nun etwas über zwei Jahr, daß ich mit Herrn Barclay, einem unserer Misflonare, Rumelien und Bulgarien besuchte. In Adrianopel, wo viele und einflußreiche Juden wohnen, hatten wir viel warme Unterredungen und vertheilten auch eine gute Anzahl von Tractaten. Vor einigen Monaten reiste unser Kolporteur auf seinem Rückwege von einem Markte durch diese Stadt und zu seinem Erstaunen luden ihn nun der Reiche und Gelehrte, der Banquier wie der Rabbi, Männer, welche früher lieber eine Otter oder giftiges Gewürm in ihren Häusern gesehen haben würden, als einen armen bekehrten Juden, auf ihre Landsitze und in ihre Häuser ein, wo sie ihn Stunden lang mit Fragen über die Wahrheiten überschütteten, welche sie vor vielen Monaten von den Misstonaren gehört hatten. Und das ist nicht allein der Fall an Einem Orte oder in Einer Stadt, sondern überall, wo das Evangelium im Glauben und mit Gebet gepredigt wird, bleibt der Same nicht todt noch unsere Arbeit ohne Segen. Viele Christen, welche glauben, daß das Evangelium den tief gesunkenen und umnachteten Heiden bekehren kann und wirklich bekehrt, zweifeln an dessen Kraft, wenn eö dem widerspenstigen und hartnäckigen Juden gepredigt wird. Unser Herr hat uns nicht gelehrt, solchen Gedanken Raum zu geben und nachzuhängen. Er hat nicht zu seinen Jüngern gesagt: Gehet zu allen Völkern und Geschlechtern, durchziehet jedes Land und jedes Klima mit der Botschaft von meiner Liebe, aber vergeudet nicht eure Zeit mit diesem gottlosen Geschlecht,