Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS erhoben sich alle und sprachen mit großem Eifer und vieler Andacht ein ernsteS Gebet für meine Sicherheit, Wohlfahrt und Glückseligkeit. Es war ein ergreifender Anblick, eine so große Zahl von Priestern und Volk, alle mit unbedecklem Haupte, für den einsamen und vereinzelten Missionar um den Segen Gottes flehen zu sehen. ES dauerte mehrere Minuten, ehe die Wirkung dieser unerwarteten Erene vorüber war, und als sie alle ihren Platz wieder eingenommen hatten, drückten wir ihnen unfern Dank für die freundliche Aufnahme aus, und versicherten sie, daß der einzige Grund, zu ihnen gekommen zu sein, der Wunsch sei, sie das Wort Gottes zu lehren und sie zu der Erkennmiß deS Heilandes zu führen. Sie sprachen einmüthig das Verlangen aus, die wesentlichen Wahrheiten nnsers Glaubens zu hören, ein Verlangen, dem wir vollkommen entsprachen. Viele bekannten offenherzig, daß unsere Worte ein Widerhall Moses und Davids seien (die Abschnitte der Schrift wurden meistens von ihnen nachgelesen) und daß sie sich freuen würden, uns oft unter sich zu sehen, um mit uns diese heiligen und wichtigen Dinge zu betrachten und besprechen. Abi Mahari selbst sagte zu mir mit einer stotternden und zitternden Stimme: „Sie werden entweder einer von den Unsrigen, oder ich werde einer von den Ihrigen werden." Dies würdige Oberhaupt befahl, um uns von seinem Interesse an unserer Mission zu überzeugen, einem gelehrten Felascha, uns zu allen jüdischen Niederlassungen zu geleiten und das Volk in seinem Namen zu bitten, uns als Freunde zu bewillkommnen und auf unsere Unterweisungen als Lehrer zu hören. Diese Zusammenkunft mit Abu Mahari machte einen tiefen und günstigen Eindruck auf alle Juden, und wohin wir nur kamen, war uns bereits der Ruf vorangeeilt, daß wir FelaschaS seien, die von jenseits Jerusalems gekommen wären mit einer großen Menge heiliger Schriften. So leitete der Herr die Herzen des Volks und machte sie willig, die Botschaft von der Liebe Gottes und dem Opfer des Heilandes aufzunehmen. An einigen Orten und besonders in Genda drückten drei der gelehrtesten Felaschas, mit denen wir im ganzen Lande zusammenkamen, die Ueberzeugung von der Wahrheit des ChristenlhumS aus, so wie ihren Wunsch getauft zu werden.