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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 9-10 (1861) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
9-10 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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151 lichen Entfernung die Berge hinab an unsere Ohren schlugen. In einer andern Niederlassung in der Nähe der Hauptstadt, wo wir eine große Anzahl Zuhörer hatten, riefen die Leute, nachdem sie auf eine Predigt, welche die Geduld mancher christlichen Versammlung erschöpft haben würde, gelauscht hatten, von selbst aus: „Sie sagen uns gute Worte, und Gott hat Sie augenscheinlich gesandt, uns den rechten Weg zu lehren." Solche und ähnliche rührenden Gesinnungen drangen beständig zu unfern Ohren, und ich bin überzeugt, daß was nur immer die Erfolge sein mögen (und ich glaube, daß sie sich zu der von Gott bestimmten Zeit als nichts Geringeres erweisen werden, als die Bekehrung aller Uebriggebliebenen aus Israel in Habes) der Finger der Vorsehung unsere Schritte nach diesem Lande lenkte, und der Geist Gottes ihre Herzen zur Aufnahme des Evangeliums bereitete. Bei unserm Besuche bei Abu Mahari, einem der Oberhäupter der Felaschas, fürchteten wir viel Widerstand und selbst Feindschaft gegen ein Werk zu finden, welches alle für ein Werk von der Art hielten, daß, wenn es den Sieg über ihren Aberglauben erringe, es auch die Macht ihrer Priesterkaste vernichten müsse. Zu unserer Freude bewillkommnete uns jedoch der Hohepriester mit mehr als vierzig Untergeordneten und vielleicht einer doppelt so großen Zahl aus dem gemeinen Volke mit einer Herzlichkeit und Güte, welche wahrhaft erquickend war. ES war etwas Jmponirendes und Majestätisches in der Erscheinung dieses Oberhauptes, was man nicht ohne Bewunderung und Ehrfurcht betrachten konnte. Er ist etwa sechzig Jahr alt, von edler und einnehmender Gestalt, mit hoher und ausdrucksvoller Stirn, melancholischen und rastlosen Augen und einem Gestchte, das ohne Zweifel einst mild und angenehm war, welchem aber selbst auferlegte Büßungen und harte Uebungen einen höchst fremdartigen Ausdruck gegeben haben. Wir, ich und mein Begleiter, standen gleichzeitig auf, als er und seine Begleiter in wohlgeordneter Prozession sich näherten, ein Compliment, das alle wohlgefällig ausnahmen, und dann ließ sich die Menge, als ob es vorher so angeordnet wäre, zur Rechten und Linken in dem kunstlosen Gemach nieder, in welches wir uns zurückgezogen hatten, einen breiten Platz als den Rubicon zwischen dem

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