Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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149 gelingen würde, die Gunst deS Königs oder die Billigung des Primas zu erlangen, legten wir unsere Sache in die Hand deS GotteS der Mission, und zu unserer Freude und Dankbarkeit fanden wir, daß selbst die Hindernisse dem Zwecke dienten, welcher uns veranlaßte, die erschöpfende Reise zu macken, und die Predigt des Evangeliums in vielen Gegenden des verfinsterten Landes befördern halfen. Die Juden, erfüllt von Argwohn und Furcht, wie sie einem verstoßenen und halbbarbarischen Volke eigen sind, beschlossen, als sie von unserer Ankunft und dem Zwecke hörten, den wir im Auge batten, fast einstimmig, keinen Verkehr und Umgang mit Männern zu haben, welche ohne Hehl gekommen wären, sie von der Anbetung des GotteS Israels zum Dienste der stummen Götzen der abyssinischen Kirche zu führen; aber als sie hörten, daß wir einigem Widerstande von dem Metropolitan begegneten, und daß viele Priester erklärten, baß unser Glaube eben so weit von dem ihrigen verschieden sei, wie der der Felaschas von dem der Abyssiner, so wurde die Neugierde rege, Sympathie hervorgerufen und überall eine Aengstlichkeit erweckt, die Fremden zu hören, welche nur das Verlangen, die im Worte Gottes enthaltene Wahrheit zu predigen, vermocht hatte, eine so lange und ermüdende Reise zu machen. Der erste Ort, den wir besuchten, verwirklichte unsere schönsten Hoffnungen. In der Nähe und um Gondar, der Hauptstadt des westlichen Abyssiniens, sind eine Menge jüdischer Niederlassungen, die wir der Reihe nach besuchten. Zuerst fand ich mich zwar etwas getäuscht, da sich mir hier, statt der Synagogen, in denen ich in Arabien und der Türkei so oft gepredigt hatte, zum Orte der Versammlung nur ein schattiger Baum oder ein schützender Felsen darbot. Diese Zurückhaltung von Seiten der Felaschas ober Juden entsprang jedoch nicht aus dem Wunsche, uns an dem Predigen oder das Volk an ihrer Versammlung um unS zu verhindern. Es ist euch vielleicht unbekannt, daß die Juden in Abyssinien streng an dem levitischen Gesetze halten; sie haben ihren Hohenpriester, niedere Priester, Opfer und alle andern Gebräuche und Einrichtungen, wie sie im Pentateuche enthalten sind, und es muß allein diesen mosaischen Vorschriften zugeschrieben werden, daß sie uns von ihren MeSquiels oder Gotteshäusern ausschloffen. Aber diese Ver-