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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 9-10 (1861) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
9-10 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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146 Der Priester mußte das Blut deS geschlachteten Opfers nehmen und damit das Ohrläppchen, den Daumen an der rechten Hand und die große Zehe am rechten Fuße bestreichen. Und wenn er so den Aussätzigen mit Blut bestrichen hatte, dann und nicht eher durfte er daS Oel nehmen — das Sinnbild des Werkes des heiligen Geistes in der Heiligung des Herzens des Gläubigen — und ihn in gleicher Weise »nt dem Oele salben, wie er es zuvor mit dem Blute gethan hatte, und dann erst wurde der Mann für rein erklärt. Was stellt dies anders dar, als das, daß wir durch das Blut Christi zuerst gerechtfertigt und dann durch das Wirken des heiligen Geistes an der Seele geheiligt werden müssen, damit wir, durch das Blut Christi gerecht gemacht und durch den heiligen Geist geheiligt, Zutritt zu Gott haben. So scheint es klar zu sein, daß, jemehr wir in der heiligen Schrift forschen, wir desto tüchtiger werden, jeden Angriff auf die Grundlehren unseres Glaubens, von welcher Seite er auch kommen mag, zurückzuweisen. Ich will nur noch sagen, daß die Juden uns eine wichtige und praktische Lehre geben, nämlich die, daß wir in dem Maße, als wir entweder als Gesammtheit der Kirche oder als einzelne Glieder derselben an dem Worte Gottes, als dem Panier unsers Glaubens und unsers Thuns festhalten, sicher sein werden. Aber wenn wir von dem Worte Gottes abweichen, wenn wir sein Ansehen untergraben, wenn wir dahin kommen, es als ein Buch anzusehen, wenn auch als noch so vortrefflich, doch als zu der Klaffe von Büchern gehörend, welche von Menschen geschrieben stnd, als ein Buch, über welches wir uns anmaßen zu Gericht zu sitzen, zu dessen Erklärung wir vorgeben „eine berichtigende Fähigkeit zu haben", dann werden wir in Jrrthum und Gefahr gerathen gleich den Juden, zu welchen unser Herr sprach: „Ihr irret und wisset die Schrift nicht." Hierauf wurde die Resolution genehmigt, und Herr Prediger Stern trat auf und beantragte die zweite Resolution, was er in folgender Weise that: „MpLord und meine christlichen Freunde! — Es sind erst einige Monate verflossen, daß ich in Abyssinien war, und wenn ich die Versammlungen, die ich dort anzureden hatte, mit der Zuhörerschaft, die ich jetzt vor mir habe, vergleiche, so fühle ich, daß der Abstand so ge-

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