Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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in Betreff der Opfer unter der jüdischen Haushaltung zu geben, zu welchem andern Schlüsse können wir da gelangen, als zu dem, daß die Verordnungen figürlich und vorbildlich seien oder, um die Worte des Apostels zu gebrauchen, „der Schatten der zukünftigen Dinge". Wenn wir von Vorbildern reden, so liegt darin, daß es ein Gegenbild gebe» muß. Wo ist das Gegenbild? Am Kreuze auf Golgatha. Da sehen wir das wahre Opfer, da die wahre Versöhnung, da das Wese» jedes Schattens im Gesetz, da die Erfüllung jeder Weissagung. Das ist denn, wenn wir diese Lehre anwenden, die merkwürdige Verordnung — die Verordnung, welche stch auf daö Opfer bezieht, das am Versöhnungstage dargebracht werden mußte. Dem Priester ist befohlen zwei Ziegenböcke zu nehmen, und der eine, den das Loos trifft, wird der Bock deS Herrn genannt, der andere aber der Sündenbock. Der eine, der Bock des Herrn, muß zur Versöhnung geopfert werden, auf den andern aber, den Sündenbock, muß der Priester seine Hände legen und alle Sünden der Kinder Israels auf ihn bekennen, und ihn so mit denselben beladen in die Wüste senden. Dies Wegsenden bezeichnet die herrliche Wahrheit, daß der, welcher um unserer Sünden willen sterben und um unserer Gerechtigkeit willen wieder auferstehen sollte, die Versöhnung durch sein Opfer am Kreuze vollbracht hat, und daß, wenn Gott um seinetwillen vergiebt, er auch vergiebt. Ich muß noch einen andern Punkt berühren, in Betreff dessen ich befürchten muß, daß in unfern Tagen viele Jrrlhümer vorherrschend find — ich meine die Lehre von der Rechtfertigung und Heiligung. Aus der Vermischung der Rechtfertigung und Heiligung find viele der furchtbarsten und mächtigsten Jrrlhümer entstanden, die es erscheinen lassen, als ob beide gleich wären, darstellend die Heiligung als Vorbereitung zum Genüsse des Himmels und die Rechtfertigung nur als den Rechtstitel zur Zulassung in den Himmel. Nun wirft die heilige Schrift irgend ein Licht hierauf? Ich glaube, ste thut es. Ihr erinnert euch wohl, was stattfand, wenn der Priester aufgefordert wurde, die bestimmten Gebräuche zur Reinigung deS Aussätzigen zu vollziehen. Bevor der Aussätzige für rein erklärt werden konnte, mußte ein Sündopfer gebracht werden. Und welches waren die Gebräuche, die mit dem Sündopfer verbunden waren? 10