Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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144 verkündigt, daß die Juden wegen der Schuld ihrer Väter zerstreut werden sollten, und nicht ein Körnlein zur Erde fallen werde. Nun ein Wort in Betreff der Angriffe auf einige der Hauptlehren, die unS als solchen, die wir an den Herrn Jesum Christum glauben, theuer sind. Wenn eS eine Lehre giebt, welche dem Herzen eines Jeden, der wahrhaft an Christum glaubt, theurer als die andern sein muß, so ist es die Grundlehre von der Versöhnung durch daS Opfer Christi. Was nur immer diese Lehre angreift, geht geradezu darauf hin, den Grund des christlichen Glaubens zu untergraben. Es giebt keine Lehre, welche köstlicher sein könnte, keine, welche deutlicher dargelegt werden sollte, keine, welche dem Herzen, das sie aufnimmt, größeren Trost und Frieden gewähren könnte. Wenn ich auf die Apostel sehe, so finde ich, daß sie sich nicht fürchteten, die Lehre von der Versöhnung zu predigen. Im Gegentheil setzt der Apostel Paulus diese Lehre an die erste Stelle. Was schreibt er an die Corinther? „Ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden nach der Schrift." Aber wo könnte man auch die Lehre der Versöhnung ohne die heilige Schrift beweisen. Ist es nicht der Fall, daß man kaum ein Blatt in der h. Schrift aufschlagen kann, ohne daß uns diese Lehre besonders entgegentritt? Was war denn der besonders sich auSzeichnende Zug der jüdischen Religion? Das Opfer. Nicht daß man damals erst von dem Opfer gehört hätte. Das Opfer bestand von den frühesten Zeiten her. Wir finden eS in der frühesten patriarchalischen Haushaltung; aber dessen Absicht und Zweck wurde unter der christlichen Haushaltung völliger enthüllt und klarer geoffenbart, als unter der jüdischen. Wenn ich die Lehre von der Vorsehung beweisen wollte, wo würde ich beginnen müssen? Bei den Juden und bei den Vorschriften von den Opfern im levitischen Gesetze. Trennt man das Gesetz vom Opfer, wie es den Juden gegeben ist, von der Lehre von der Versöhnung, wie sie auf Golgatha vollbracht wurde, so ist eine solche Verordnung ein unmenschlicher, grausamer und abstoßender Gebrauch. Es ist die Sprache ebenso der Vernunft, wie der Offenbarung, daß das Blut der Ochsen und Böcke nicht die Sünde vertilgen kann; aber wenn es Gott gefiel, in solcher Weise besondere Verordnungen