Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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weil Christus der Erste der Auferstandenen war. „Denn so die Tobten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist Euer Glaube eitel, so seid Ihr noch in Euren Sünden." 1. Cor. 15,16. Demnach würde der Sinn jenes Verwünschungsgebetes der sein: „den Abtrünnigen", d. h. denen, die an Christum glauben (wegen seiner Auferstehung), „möge keine Hoffnung sein", d. h. mögen keine Hoffnung einer Auferstehung haben. Man steht hieraus deutlich, daß der Ausdruck „Hoffnung" nur einen Sinn hat, wenn er sich auf onowo, die Gläubigen Christi, und nicht auf „Verleumder", a'ywha, beziehe. Demnach möchte die Zeit der Abfassung des gedachten Verwünschungsgebets etwa in die Jahre 34 — 45 zu setzen sein, und mithin auch die Zeit, wenn das Wort nouto zuerst für „Abtrünnige" im Allgemeinen in Anwendung gebracht würde, ohne daß es speciell den Begriff des durch die Taufe abtrünnig Gewordenen in stch geschloffen hatte. Das Verbum IDp bedeutet — LYL' entgleiten , entschlüpfen, einer Schuld, Pflicht, Gefahr, daher einer Religionsgesellschast entschlüpfen — aus ihrer Gemeinschaft treten, daher!J2pf2, ein abtrünnig Gewordener; denn die Juden haben eS mit dem Sacrament der Taufe nicht so genau genommen. Ein Wort der Achtung für die Person Christi, oder der Vorliebe für eine christliche Sitte, einen christlichen Brauch von Seiten eines Juden, war den andern Juden hinreichend, seinen Bruder für einen geheimen Christen zu halten, ganz gleichgültig, ob die Christen den Verdächtigen als ihren Glaubensgenossen aufnehmen würden oder nicht. Der entfernteste Schein war hinreichend, um den Verdacht zu erregen und den Verdächtigen alle traurigen und schmerzhaften Folgen fühlen zu lassen. Es ist eine historische Thatsache, daß die Zahl der heimlichen Verehrer Jesu unter den Juden bei weitem die der sich öffentlich durch die Taufe Bekennenden, nicht nur in den ersten Jahrhunderten, sondern auch in neuerer Zeit übertrifft. Als Beweis für diese fast paradox 'scheinende Behauptung führen wir folgende Thatsache an. Um die Zeit der Abfassung des oben vielfach besprochenen Verwün-