Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 scheu Ritualen seine frühere Stelle ein, und wird auch noch öffentlich bei dem täglichen dreimaligen Gottesdienst als ein Theil des Achtzehngebets (rrwj? rum») von jeglichem Individuum, vorzüglich von dem Vorbeter,- laut recitirt. Es lautet im ursprünglichen Terte: „Den Abtrünnigen sei keine Hoffnung, und die Böses verüben, mögen wie der Augenblick verschwinden, und ihre Gesammtheit möge bald ausgerottet werden, und die Frevler mögst Du baldigst auSreißen, zerschellen, zermalmen und unterthänig machen, bald in unseren Tagen; gepriesen seist Du, Herr, der Du zerbrichst die Feinde und demüthigst die Frevler." Das erste Substantiv dieses Gebets war, in seiner ursprünglichen Abfaffung, so wie solches sich noch selbst in älteren Abdrücken und in Handschriften befindet, das in der Ueberschrist dieser Zeilen in Frage gestellte Wort In unseren neueren Ausgaben findet sich an dessen Stelle daSWort a'mhch), den Verleumdern u.f.w. Daß diese Leseart nicht die ursprüngliche ist, möchte wohl, selbst wenn keine alten Abdrücke und Handschriften vorhanden wären, nicht bezweifelt werden können, wegen deS Nachsatzes: „sei keine Hoffnung". Die gewöhnliche jüdische Erklärung: „den Verleumdern sei keine Hoffnung", nämlich auf Erfolg ihrer Verleumdung, scheint schon deshalb unmöglich zu sein, wegen der fürchterlichen nachfolgenden Verwünschungen gegen minder gefährliche Personen. Allein der Ausdruck: „sei keine Hoffnung" kann nur einen Sinn haben in Beziehung auf DHQtPö und nicht auf Der Ausdruck „Hoffnung" — Hipp sfaUg wird namentlich vom Apostel Paulus in der Bedeutung von Auferstehung deS Fleisches gebraucht. So z. B. sagt er in seiner Vertheidigung vor dem Landpfleger: „und habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch sie selbst warten, nämlich daß zukünftig sei die Auferstehung der Tobten, beides, der Gerechten und Ungerechten". Aber wir wissen auch, daß dem Apostel die Lehre, oder vielmehr der Glaube an die Auferstehung des Fleisches nicht bloß Lehre, die er empfangen, sondern deshalb völlige absolute Gewißheit und Ueberzeugung war,