Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 9-10 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m folgten trotz der Marter freudig bekannten, daß sie an Christum als ihren Erlöser und Messias glauben, und daß in keinem Andern Heil, sowie auch kein anderer Name den Menschen gegeben ist, darinnen sie sollen selig werden, denn der Name Christi. Unter solchen Umständen fand sich das Synedrium, die Erfolglosigkeit, sowie die Zweckwidrigkeit seines bisherigen VerfolgungssystemS nur zu spät einsehend, in großer Verlegenheit. Ganz besonders war eS Gamaliel, der damalige Präsident des Synedriums, dessen persönliche und amtliche Stellung durch diese große Bewegung und schnelle Ausbreitung des Christenthums tief erschüttert wurde. Wir wissen, daß Gamaliel, „wohl gehalten vor allem Volke", dem ersten Auftreten der Jünger Christi keine zu strengen Hindernisse entgegen stellen wollte. Nicht ahnend die Göttlichkeit des Christenthums, glaubte er vielmehr, daß dessen Erscheinung gleich den anderen damals auftauchenden Sekten ephemerisch sein würde und die Zahl seiner Anhänger sich bald verlaufen würde. Denn — so äußerte er sich — „ist der Rath oder das Werk aus den Menschen, so wird es untergehen; ist es aber von Gott, so könnt ihr es nicht dämpfen, auf daß ihr nicht erfunden werdet als die, so wider Gott streiten wollen" (Apostelgesch. 5, 38). Ware er nun dieser Ansicht treu geblieben, so würde die natürliche Folge gewesen sein — da die Ausbreitung des Cbristenthums mit rapider Schnelligkeit tagtäglich zunahm — die Göttlichkeit des Christenrhums, gerade nach dem von ihm selbst aufgestellten Kriterium des Bestandhabens, anzuerkennen. Aber dazu war er zu schwach. Er suchte — wie dies bei schwachen Gemüthern immer der Fall ist — zu vermitteln, so lange eS geht. Von der Macht der Verhältnisse gedrängt, stehen sie verzweifelnd und die Hände ringend da, und in ihrer Trostlosigkeit greifen sie in der Regel zu den verkehrtesten und zweckwidrigsten Mitteln, um nur den Schein der Thatlosigkeit zu vermeiden. So war es auch hei Gamaliel der Fall. In seiner bedrängten Lage kam er, wie später Martin V. in der Bulle „in voena Domini"*), auf die ’) Es ist dies die bekannte Bulle, welche Alle, die nicht den Lehre» der römisch-katholischen Religion folgen, ercommunicirt und mit einem fürchterlichen 9*