Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 7-8 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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122 großen hebräischen Schriftsteller? Welche Poesie so geläufig in dem Munde Aller durch die ganze civilisirte Welt, wie die der hebräischen Schriften — welche Worte unfern Ohren so vertraut, sei es daß sie von der Geschichte berichten, oder daß sie uns erzählen von den auf unser ganzes Leben anwendbaren Sprüchwörtern, wie die, welche aus derselben Quelle kommen? So sage ich denn, daß der große Einfluß deö jüdischen Volkes in der Civilisation der Welt von selbst einen Anspruch hinstellt, den wir, welche sich des Segens der Civilisation erfreuen, gewiß nicht vergessen dürfen. Aber nach Allem giebt es noch etwas Besseres als Civilisation. Da giebt es jene der Welt unbekannten seligen Hoffnungen, welche auf das Künftige Hinweisen, und es ist das hebräische Volk, dem wir das verdanken, was wir aus den frühesten Zeiten von dem Verfahren Gottes mit dem Menschen wissen, und von diesem Volke kommt Alles, was uns Trost im Leben und Hoffnung im Sterben giebt. Ich will nicht mehr von eurer Zeit in Anspruch nehmen, sondern euch die Resolution ans Herz legen, welche mir in die Hände gegeben wurde." lFortsetzllng folgt.) Wie reimet sich das? Es ist in diesen Blättern bereits wiederholentlich erwähnt worden, daß auf einem Thcile des Gebiets des Reformjudenthums seil einiger Zeit ein gewaltiger Eifer entstanden ist, vorgeblich für die Herstellung und Verbreitung des reinen, unverfälschten Gotteswortes. Man hat zu dem Ende eine israelitische Bibel-Anstalt gegründet und Geld gesammelt, um das alte Testament nicht nur in hebräischer Sprache drucken zu lassen, sondern auch in Uebersetzüngen, die von Juden im jüdischen Geiste angefertigt sind. Wir haben das Unternehmen mit Freuden begrüßt, obwohl es offenbar war und ist, daß man nicht von dem vorgegebenen Wunsche durchdrungen und getrieben wurde und man nicht sowohl darauf sein Absehen gerichtet hatte, dem Volke Israel das Wort Gottes aus jüdischer Quelle in einer lauteren und reineren Gestalt in die Hände zu geben, als viel-