Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 7-8 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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121 obliegt; und wenn es gewiß ist, daß das Werk nur durch eine Organisation vollbracht werden kann, wie sie diese Gesellschaft darbietet, — so bin ich vollkommen an meinem Platze als Bischof von London, wenn ich die Gesellschaft eurer Theilnahme empfehle. In der That, die Gründe, warum diese Gesellschaft eure Aufmerksamkeit an fich ziehen und rege erhalten muß, sind so mancherlei, daß ich weit mehr von eurer Zeit in Anspruch nehmen müßte, als ich wünsche, wenn ich sie alle aufzählen wollte. Wir sind den Juden in unserer Mitte einige Genugthuung für das Unheil schuldig, das wir ihnen in vergangenen Zeiten zugefügt haben; und wenn diejenigen, welche unserer Gesellschaft nicht freundlich gesinnt sind, zu Zeiten auf daS Mißlingen unserer Bemühungen Hinweisen und uns an die vielen Beispiele des Betruges von Seiten der Juden erinnern — so sage ich, daß an dieser Thatsache gerade die schlechte Behandlung schuld ist, welche die Juden in frühern Tagen von uns erduldet haben. Der sicherste Weg, die Menschen schlecht zu machen, sie unfähig zu machen, die guten Einflüsse in sich aufzunehmen, ist der, sie schlecht zu behandeln; und die Christen haben eine große Schuld abzutragen für die Art und Weise, in welcher sie in früheren Geschlechtern die Juden behandelt haben. Und wenn wir den Fleck, der auf den christlichen Namen ruht, aus der Behandlungsweise der Juden in frühern Geschlechtern wegwischen wollen, so kann es nur durch die Anstrengungen für ihr leibliches und geistliches Wohl geschehen, wie sie unter den Auspicien dieser Gesellschaft gemacht werden. Wir nehmen Interesse an jedem historischen Namen, welchem Volke er immer angehören möge. Aus meiner Jugendzeit erinnere ich mich an den Enthusiasmus, welchen der Unabhängigkeitskrieg Griechenlands in England hervorrief, und man nahm freudigen Antheil an dem Kampfe auf Abschlag dessen, was wir der griechischen Civilisation schulden. Und in unfern Tagen giebt eS kein Herz, das nicht bei dem Gedanken an die Unabhängigkeit Italiens hüpfte; denn wir wissen wie viel die civilisirte Welt Italien schuldig ist. Aber Nichts, was wir Griechenland und Italien schulden, kann nur einen Augenblick den Vergleich aushalten mit dem was wir den Juden schuldig sind. Selbst wenn wir auf Civilisation sehen, welcher Einfluß ist da so groß, wie der der