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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 7-8 (1861) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
7-8 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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105 spruch in ihrem Verhalten, da sie sich bald als Feinde, bald als Freunde des Christenthums kundgeben je nach Beschaffenheit der Verhältnisse, zeigt nur eben dieselbe Gleichgültigkeit, und daß die Religion ihnen keinesweges Herzenssache ist, denn sonst könnte sie ihnen kein solch doppeltes Verhalten gestatten. Aus dieser großen Gleichgültigkeit entstehen je länger desto mehr gemischte Ehen und andere Dinge. Alle diese und ähnliche Erscheinungen beweisen klar und deutlich, daß nicht das steife oder glaubenstreue Festhalten an der von den Vätern ererbten Religion die Kluft zwischen Inden und Christen erhält. Man wirft ja von beiden Seiten genug hinein, um diese Kluft in unfern Tagen mit aller Gewalt auszufüllen. Die sogenannten Christen werfen ihr ganzes specifisch christliches Element gern und willig hinein, und die Juden werfen ihr specifisch jüdisches Element dazu, und beide wollen, um nur einen recht ebenen Weg zu Stande zu bringen, weiter Nichts behalten, als den Gedanken: Es gicbt einen Gott und: Wir glauben all an Einen Gott. Aber die Kluft bleibt dennoch und wird bleiben und man kann daran nur erkennen, daß es die Hand des Herrn ist. Ja, es ist der Herr mit seiner starken und allmächtigen, wunderbaren Hand, der es eben so wenig den Christen, den Heiden und den Türken hat gelingen lassen, Israel vom Erdboden zu vertilgen, wie er es den Juden gelingen läßt, ihre Nationalität zu verleugnen. Wie oft und viel haben sie in den verschiedenen Ländern erklärt, sie wollen keine besondere Nation sein, sie wären seit der Zerstörung Jerusalem keine besondere Nation gewesen! Aber haben sie ihren Zweck erreicht? Oder werden sie ihn erreichen? Sie hoffen es durch ihre vollständige Emancipation zu erlangen. Aber noch ist ihr Wunsch und ihre Hoffnung in keinem der Länder in Erfüllung gegangen, in denen sie sich schon lange der Gleichstellung mit den Christen erfreuen. So sehr sie die Schmach fühlen und so gern sie dieselbe abschütteln möchten, die auf dem Namen „Jude" lastet; sie müssen sie tragen, seitdem sie den Juden Jesum verworfen haben und so lange sie ihn nicht als ihren Messias anerkennen. Es ist eben der Herr, der solches thut, der durch Hosea bezeugt: „Die Kinder Israel werden lange Zeit ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Leibrock und ohne Heiligthum

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