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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 7-8 (1861) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
7-8 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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! 104 allmächtige Gott und Herr, der sie auf die frühere erhabene Höhe gesetzt, hat sie in die grausenvolle Tiefe hinabgeschleudert unv in derselben dennoch auf eben so wunderbare und allmächtige Weise erhalten. Unter den heutigen Juden sind Tausende vorhanden, die sich freuen würden, wenn ihre Physiognomie ihre Nationalität nicht so kenntlich machen möchte; Tausende würden sich glücklich schätzen, wenn sie unter den Nationen so aufgehen würden, oder längst aufgegangen wären, daß man sie nicht mehr von den andern Völkern unterscheiden könnte, unter denen sie wohnen. ES ist nicht die Halsstarrigkeit der Juden, wie so viele Christen meinen, noch auch, wie die Juden vorgeben, ihre Glaubenstreue, mit der sie an dem Judenthume halten, daß sie bis heute noch eine besondere Nation bilden. Denn es ist ja die Religionsgleichgültigkeit unter ihnen heutiges Tages so groß, daß Sonnabend und Sonntag, Synagoge und Kirche ihnen gleich werthlos, gleichgültig und überflüssig, Vielen sogar gleich unangenehm und verächtlich sind. Wie viele Familien finden sich in unfern Tagen, in denen die Eltern jüdisch, die Kinder dem Namen nach christlich, oder besser gesagt, getauft sind. Beide Theile leben in allem Frieden beisammen, die Einen sind eben so wenig jüdisch, wie die Andern christlich. Der Unterschied der Religion ist ihnen im Grunde nicht mehr und bedeutender als etwa der Unterschied zwischen einem langen und kurzen Rock, oder zwischen einem^blauen und grünem Kleide. Seit einiger Zeit sprechen sie nicht mehr von verschiedenen Religionen sondern nur von Confessionen; sie geben also dem Christenthum gleichen Werth und gleiche Gültigkeit mit ihrer eigenen Religion. Könnten sie das von ihrem jüdischen Standpunkte aus, wenn ihnen nicht alle Religion gleichgültig wäre? Müßten sie nicht von ihrem Standpunkte aus, so lange sie Jesum von Nazareth nicht für den Messias, nicht für den Sohn Gottes, nicht für gleiches Wesens mit Gott dem Vater anerkennen, sondern für einen bloßen Menschen, für einen falschen Messias und also für einen Betrüger halten, das Christenthum für eben so schlecht und verwerflich halten, wie das Heidenthum? Letzteres thun sie zwar bei besonderen Gelegenheiten auch, wenn es gilt ihre innere Feindschaft gegen alles Christliche zu erkennen zu geben. Aber dieser Wider-

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