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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 7-8 (1861) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
7-8 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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103 kommen Jakobs ihre Schmach, ihr Elend, ihren Druck, ihre Trübsal mit Wehmuth und Thränen, auch wohl mit Verwünschungen und Rachegedanken gegen die Unterdrücker besungen! Mit welchem Hohn, mit welcher Grausamkeit haben die Völker aller Länder dies Elend auf Israel zu häufen sich bemüht, wie haben sie es sich angelegen sein lassen, dies arme, vom Herrn geschlagene und geplünderte und zerrissene Volk immer noch tiefer hinabzustürzen in den Abgrund der Noth und des Jammers. Wenn es auf Menschen angekommen wäre, nicht bloß auf Heiden und Türken, sondern auch auf sogenannte Christen, so wären sie längst mit Stumpf und Stiel ausgerottet von der Erde, so daß weiter Nichts von ihnen übrig wäre, als ein trauriges Andenken an sie, allenfalls würde ihr Name noch genannt, wie der Name anderer Völker, die einst eine mehr oder minder bedeutende Rolle spielten, dann aber vom Schauplatze abgetreten sind, um nie wieder aufzutreten. Aber nein, mit Israel, mit den Nachkommen Jakobs ist es gar anders. Der Herr erklärt wiederholentlich: „Ich will es mit allen Heiden ein Ende machen, dahin ich dich zerstreuet habe; aber mit dir will ich es nicht ein Ende machen; züchtigen aber will ich dich mit Maaße, daß du dich nicht unschuldig haltest." 3er. 30, 11; Cap. 46, 28. So tief sie geniedrigt sind, so groß die Schmach, in die der Herr sie gelegt hat, so heftig der Grimm und Zorn der Völker gegen sie, so verheerend die fortwährenden Verfolgungen der Nationen gegen dies Eine Volk gewesen sind, so viel Hunderte und Tausende derselben auch ausgerottet worden sind, was man auch durch List und Bosheit und Gewalt gegen sie unternommen hat: es ist unmöglich gewesen, sie zu vertilgen. Fast aller Orten geächtet, bald in diesem, bald in jenem Lande nur in die Alternative versetzt, entweder die Religion des Landes anzunehmen oder das Land zu verlassen, sind sie wohl unstät und flüchtig herumgeirrt; aber keinem Feinde ist es gelungen, ein Garaus mit ihnen zu machen. — Iß dies ein gewöhnlicher, natürlicher Gang der Dinge? Ist es etwa bloßer Zufall? Oder erklärt sich diese Erscheinung durch Israels Hartnäckigkeit, oder durch ihre vorgebliche Glaubenstreue? Weder das Eine noch das Andere; sondern es ist die Hand des Herrn. Derselbe

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