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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 5-6 (1861) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
5-6 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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85 nach lieber bei dem einfachen Wortverstandc, baß die Schrift unter den zwölf Geschlechtern Israel und auch unter Israel überhaupt nur Israel versteht, es sei denn, daß durch eine nähere Bestimmung und Bezeichnung etwas Anderes klar und deutlich angezeigt werde. So verächtlich auch Prof. H. bei verschiedenen Gelegenheiten von dem „Buchstäbeln" spricht, wenn man die heil. Schrift so versteht, wie das einfache, klare Wort lautet, so glauben wir doch, daß wir dazu viel eher und mehr verpflichtet sind, als „durchgängig" Alles zu spiritualistren. Man hat wohl ohne Zweifel mit diesem Spiritualisiren mehr geschadet, als mit dem „Buchstäbeln". Und was sollen denn einfache Leute mit und aus der Bibel machen, die nicht im Stande sind überall den „höhern geistlichen Begriff" in Anwendung zu bringen? Ganz natürlich kommt man zu dem katholischen Grundsatz, die Bibel sei nur für solche Leute, die geübte geistliche Sinne, einen gewissen Grad von Bildung und Gelehrsamkeit besitzen. Zu Abraham sprach Gott I. Mos. 22, 2: „Nimm Isaak, deinen einigen Sohn, den du lieb hast, und opfere ihn zum Brandopfer." Abraham, deffen Glaube in der ganzen hl. Schrift gerühmt wird, war aber auch ein „Buchstäbler" und unfähig den „höhern geistlichen Begriff" des Befehles Gottes zu fassen, denn er verstand die Worte so, wie sie lauteten und wollte seinen einigen Sohn, Isaak wirklich opfern. Der Verfasser des Briefes an die Ebräer rühmt den Glauben Abrahams in diesem Stück und spricht Cap. 11, 17—19: „Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, da er versucht ward, und gab dahin den Eingeborenen, da er schon die Verheißung empfangen hatte, von welchem gesagt war: In Isaak wird dir dein Same geheißen werden; und dachte, Gott kann auch wohl von den Tobten erwecken, daher er auch ihn zum Vorbilde wieder nahm." Der Verfasser dieses Briefes „buchstäbelte" offenbar auch. Pros. H. aber „buchstäbelt" nicht in Abrahams Versuchungsgeschichte, sondern sagt in der Broschüre: „Die Opfer der heiligen Schrift," S. 32; „In Isaak wurde er" — Abraham — „selbst verlangt, denn an Isaak hing sein Herz. Sein falsches Verständniß dieses Befehles gab Veranlassung dazu, daß er die geistliche Opferung, auf die es allein abgesehen war; wahrhaft vollbrachte

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