Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 5-6 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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84 so, wie Prof. H. sagt, daß es in der Diaspora keine anderen Gemeinden gab, als solche, die aus Juden- und Heidenchristen gemischt waren, ist es denn darum so rein undenklich und unmöglich, daß der Apostel nicht doch bloß an Judenchristen schreiben konnte? Ja, was berechtigt denn zu der Behauptung: „Er hat es nicht mit Juden zu thun, sondern mit Christen?" Hatten die Apostel es nicht mit Juden zu thun, so wurden aus Juden auch keine Christen; sie hatten eS, und namentlich grade Jakobus mit Juden zu thun. Und wenn sie den Juden mündlich predigten, warum soll nicht ein Apostel eben so gut an „Juden", wie an Judenchristen schreiben? Haben die Apostel begehrt und geboten, daß ihre Briefe überhaupt nur von Christen gelesen werden sollten, oder mußte es nicht ihr sehnlichster Wunsch sein, daß Juden und Heiden sie lesen möchten? Ganz anders und der Wahrheit gemäßer sagt Stark in seiner Einleitung zum Briefe Jakobi: „Die Kirche, an welche dieser Brief geschrieben ist, nennet er Cap. 1, 1 die zwölf Geschlechte in der Zerstreuung, damit nicht ein gewisser Sitz außer Judäa angedeutet wird, sondern diejenigen Juden, die durch S a lmanassar, Nebucadnezar und ihre eigenen Landsleute, nicht allein im gelobten Lande, sondern auch hin und wieder durch die ganze Welt zerstreuet waren Apg. 2, 9 — 11 und sich zu Christo bekehret hatten. Ist also dieser Brief vornehmlich an die zwölf Stämme Israels ergangen, nicht weil Jakobus Bischof zu Jerusalem gewesen, sondern weil ihm die Juden am meisten anvertrauet waren Gal. 2, 9" u. s. w. — Richter in seiner „Erklärten Hausbibel" sagt in seiner Einleitung zum Briefe Jakobi S. 925: „Vieles in dem Briefe wird viel erklärlicher, wenn man beachtet, daß er nicht bloß und ausschließlich an Juden-Christen, sondern zugleich an Juden überhaupt gerichtet ist. Beide kamen in einer Synagoge zusammen und waren damals noch nicht so geschieden, wie später. Jakobus hielt durch sein großes persönliches Ansehen die judenchristlichen und jüdischen Sekten noch zusammen. Er betrachtet die an Jesum, als den Christus Gläubigen als die wahren Juden." Ganz auf dieselbe Weise drückt sich auch Gerl ach aus: „Der Apostel schreibt an die hart verfolgten und gedrückten, sehr armen Christen aus den Juden um Palästina." Wir bleiben dem-