Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 5-6 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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81 Jesu geredet wird, macht Prof.H. sehr bedeutsam darauf aufmerksam, man solle nicht übersehen, daß za Juden geredet werde. Von Israel ist aber dort und hier die Rede und nur von einem und demselben Israel, dort und hier wird demselben Israel noch eine selige Gnadenzeit verkündigt. Aber Prof. H. muß doch nicht nur zugeben, sondern durch sein: „so ist nicht zu übersehen," weist er selbst sehr sorgfältig darauf hin, daß der Apostel Petrus, als er den hl. Geist hatte, unter Israel die Juden verstand. Damit aber giebt Prof. H. selbst seiner zuversichtlichen Behauptung, „im neuen Testament herrsche durchgängig der höhere geistliche Begriff von Israel," den Stoß, er drückt seiner eigenen Theorie das Siegel der Falschheit auf. Liegt aber nicht auch in den Worten Prof. H's. zu Apg. 1, 6—8: es kann uns gleichgültig sein, was die Apostel unter Israel verstanden, stillschweigend das bestimmte und klare Bekenntniß, daß die Apostel unter Israel nur die Juden verstanden? Und wenn dies also ist, wie kann denn Prof. H. sagen, von den Juden sei mit keinem Worte die Rede? und wie soll und kann sie der Herr, da sie den heiligen Geist noch nicht hatten, in ihrem Wahn und Jrrthum gelassen haben? Hat er sie nicht grade darum in den drei Jahren seines öffentlichen Lehramtes selber belehrt? Hat der treue Meister und Lehrer in dieser Zeit, so lange er bei seinen Jüngern war, eine einzige ihrer Fragen so beantwortet, wie er diese beantwortet hätte, wenn Prof. H's. Erklärung richtig wäre? Wo und welches ist denn der Beweis, daß „der Herr jedenfalls den höhern geistlichen Begriff Israels zu Grunde legt"? Dies mit aller Willkür behaupten, heißt nicht beweisen. Wenn man nur durch eine solche Schristerklärung zu dem Resultat kommen kann; die Juden seien nicht Israel und wir hätten keine Hoffnung für ihre dereinstige Herstellung, dann wollen wir lieber bei unfern wenn auch noch „so wenig feinen Auffassungen" bleiben. Ganz in demselben Sinne erklärt Prof. H. auch die Stelle Matth. 19, 28, wo der Herr zu den Aposteln spricht: „Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolgt, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird fitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels." Zu diesen Worten bemerkt Prof. H.r 6