Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 5-6 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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79 Bundes, in den die Gläubigen aus den Heiden ausgenommen werden, in geistlicher Abhängigkeit von diesem Kerne, aber zu vollem Bürgerrechte. Dies Israel zu sammeln aus den Juden und aus der gesammten Heideiiwelt, das ist die nächste große Aufgabe. Dann wird ihm zu seiner Zeit das Reich zugetheilt werden, das Reich der Herrlichkeit, wie es in Apoc. 21 und 22 geschildert wird ohne einer Bevorzugung der Juden irgend zu gedenken." Das ist die Erklärung, die der Prof. H. von dieser Stelle giebt. Er drückt S. 64 sein Staunen aus über „so wenig feine Auffassungen, wie die von Meyers, welcher behauptet, es sei willkürlich, unter Israel bald die Juden, bald etwas ganz Anderes zu verstehen." Ist aber das eine „feine Auffassung," die angeführten Worte so zu erklären? Sind das „geübte geistliche Sinne," die zu einem solchen „Verständniß" der Schrift führen? Wenn ein gläubiger Professor sich solche willkürliche Eregese erlaubt, dann braucht sich wahrlich Niemand mehr über die willkürliche, gezwungene und gewaltsame Schriftbehandlung, nicht zu sagen Verdrehung von Seiten der Rationalisten und Juden zu wundern. WaS liegt schon in der Bemerkung: „aber von den Juden ist mit keinem Worte die Rede"? Die Pfingstausgießung des heiligen Geistes war allerdings noch nicht erfolgt; aber man kann und darf darum doch nicht sagen, daß die Jünger den heiligen Geist noch nicht hatten, denn das würde gradezu wider Joh. 20,22 streiten, wo es ausdrücklich heißt: „Und als er — der Herr Jesus — das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: „Nehmet hin den heiligen Geist." Aus dem, was Apg. 1,12 ff. erzählt wird, also unmittelbar darauf, nachdem die Apostel dem Herrn jene Frage wegen der Wiederaufrichtung des Reiches vorgelegt hatten, geht deutlich hervor, daß sie bereits in einer andern Verfassung waren, als früher; denn sie „blieben stets bei einander einmüthig mit Beter; und Flehen," was sie wohl nicht gethan hätten, wenn sie noch ganz ohne den heiligen Geist gewesen wären. — Kann es uns gleichgültig sein, was sich die Apostel bei ihren Worten dachten, so lange sie den heiligen Geist nicht empfangen hatten, so kann ein Jeder aus ihren Worten, die sie vor der Ausgießung des hl. Geistes geredet haben, machen, was er will, und wenn etwa Jemand aus dem Zeugniß Petri Joh. 6, 68.69 den