Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 5-6 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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78 und eigentlichen Sinne des Wortes das Israel des neuen Bundes erkennen. . Worauf aber Prof. H. mit seiner Theorie vom legitimen Israel hin arbeitet — bei denen, die von dem geistlichen Israel reden, dürfte es vielleicht zum Theil wenigstens eben so sein — das ist nicht schwer zu erkennen. Er will kein anderes Israel weder in der gegenwärtigen noch künftigen Welt- oder Kirchengeschichte bestehen lassen und anerkennen, als seiij legitimes Israel, d. i. die gesammte christliche Kirche. Aus diesem Grunde nennt er die Heute noch unter uns vorhandenen Nachkommen Israels durchweg nur immer Juden; auS diesem Grunde lä$t er, da er in der Zukunft noch eine zahlreichere Bekehrung derselben zum Christenthum hofft und glaubt, die Bekehrten durchaus in der christlichen Kirche und unter den Völkern ausgehen, unter denen sie grade leben, und bestreitet die biblische Lehre von einer dereinstigen Herstellung Israels, daß sie etwa wieder als ein besonderes Volk im Lande ihrer Väter, im Lande der Verheißung wohnen werden; aus diesem Grunde endlich bemüht er sich die Stellen des neuen Testaments, in denen nach dem klaren und einfachen Sinn und Verstände diese Herstellung Israels gelehrt wird, nach seinem „gar feinen Begriff" von seinem legitimen Israel, d. h. von der gesammten christlichen Kirche zu erklären. So sagt er S. 98 und 99 I. c.: „In der Stelle Apg. 1, 6—8 fragen die Apostel den Herrn nach seiner Auferstehung: Herr, wirst du zu dieser Zeit aufrichten das Reich dem Israel? Er aber sprach: Euch gebühret nicht zu wissen Zeiten oder Stunden, welche der Vater seiner Macht Vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des auf euch kommenden heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Der Herr sagt seinen Jüngern bei seinem Scheiden: zuerst die Kirche, dann das Reich, aber von den Juden ist mit keinem Worte die Rede. Was die Apostel, die den heiligen Geist noch nicht hatten, unter Israel verstanden, kann unö gleichgültig sein. £)er Herr aber legt jedenfalls den höheren geistlichen Begriff Israels zu Grunde, wie er im neuen Testament durchgängig herrscht. Israel ist die christliche Kirche, bestehend aus einem Stamm von Gläubigen aus dem Volke des alten