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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 5-6 (1861) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
5-6 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 Niemand wird wohl dagegen Etwas einwenden, daß die christliche Kirche die legitime Fortsetzung des alttestamentlichen Volkes Gottes sei. Andererseits bleibt aber im Grunde hier wie bei der vorigen | Bezeichnung die Sache dieselbe, insofern es sich darum handelt, ob l die christliche Kirche Israel ist. Eine legitime Fortsetzung des geistlichen Hauses, des OelbaumeS geben wir zu, erkennen wir an; | aber was wir bestreiten ist dies, daß die neutestamentliche oder christf liche Kirche die legitime Fortsetzung Israels, daß sie also Israel sei. |j Weder wir Deutschen, noch die Schweden, noch die Russen, als einzelne christliche Völker,, noch auch die Gesammtheit der christlichen Völker als christliche Kirche find Fortsetzrmg von Israel. Wie wir die Bezeichnung „geistliches" Israel darum abgewiesen und als unstatthaft erklärt haben, weil uns das neue Testament keine Berechtigung zu dieser Benennung giebt, so wird es auch hier davon abhängen, ob der Herr Jesus und die Apostel die christliche Kirche für „Israel" erklären. Herr Prof. Hengstenberg meint, das ganze alte und neue Testament auf seiner Seite zu haben für seine Behauptung, die gesammte christliche Kirche sei das legitime Israel; denn nicht nur sagt er S. 70: „Unser Herr geht mehrfach von der Anschauung aus, daß Israel identisch ist mit der Kirche des neuen Bundes"; sondern S. 99 wird der höhere geistl. Begriff „Israel" als der „im neuen Testament durchgängig herrschende" bezeichnet, und S. 65 wird eben diese Ansicht, daß es von Abraham an bis anS Ende der Tage nur „Ein Israel gebe", als „constante Lehre des alten und neuen Testaments" hingestellt. Wir müssen daher auf diese Behauptung etwas genauer eingehen. Herr Prof. H. schreibt nämlich S. 64 also: „Es ist vor Allem nothwendig, daß wir eine tiefere Einsicht gewinnen in den Begriff Israels in der hl. Schrift. Nichts ist verwirrender, als wenn man sogleich damit fertig ist, Alles auf die Juden zu beziehen, was in der Schrift von Israel gesagt wird. Dieser Begriff ist ein gar feiner, I er erfordert zu seinem Verständniß geübte geistliche Sinne. „Ganz das Richtige in der Bestimmung dieses Begriffes findet f sich schon bei Ehr. A. Crusius in der theologia prophetica. i „ Er verwirft zwar, und das mit vollem Rechte, die in der älteren

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