Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 5-6 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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7V und also unstatthaft sei. Oder wie und in welchem Sinne soll und kann man diese Benennung verstehen und rechtfertigen? Möchte aber Jemand fragen, was wir denn nun eigentlich wollen, ob etwa die christliche Kirche in unfern Augen gar nichts sei, oder noch etwas Aergeres: so sagen wir: das sei ferne. Die christliche Kirche ist vielmehr in eben demselben Sinne das Volk Gottes, wie das Israel des alten Testaments es war; aber sie ist nicht das geistliche Israel und sie ist nicht das Israel des neuen Bundes. JakobuS sagt Apg. 15, 14: „Simon hat erzählet, wie aufs erste Gott heimgesucht hat und angenommen ein Volk aus den Heiden zu seinem Namen"; d. h. wie Gerlach dazu bemerkt: „daß es nach ihm, daß es sein Volk genannt würde"; oder wie Stark sagt: „daß nach seinem Namen, zur Verherrlichung seines Namens ein Volk, Erbe, Eigenthum und Gemeine Gottes genannt würde, Hos. 2, 23, wie sonst allein die Juden hießen." Aber steht irgend wo geschrieben, daß dieses von Gott angenommene Volk genannt worden sei das geistliche Israel oder das Israel des neuen Bundes? Wohl nennt der Apostel Petrus die Gläubigen insgesammt das geistliche Haus, das heilige Priesterthum und schreibt: „ihr seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priesterthum, das heilige Volk, daß Volk des Eigenthums"; aber nicht sagt er: ihr seid Israel oder das geistliche Israel. Der Herr sagt auch in der oben angeführten Stelle Hos. 2, 23 keinesweges, daß er die Heiden, die bis dahin nicht sein Volk waren, Israel nennen wolle, sondern Ammi, d. i. mein Volk. - Von einer und der andern Seite bat man das Unstatthafte der besprochenen Benennung eingesehen; es scheint aber nicht, daß man es der Mühe Werth gehalten hat, näher auf die Sache einzugehen. Herr Prof. Hengstenberg mißbilligt zwar „die in der ältern ortho- . doren Theologie gewöhnliche Unterscheidung zwischen dem leiblichen und geistlichen Israel"; aber er will doch auch die christliche Kirche als Israel betrachtet wissen, nur soll sie nicht ein „geistliches", sondern die „legitime Fortsetzung Israels", also ein „legitimes Israel" sein. Diese Benennung ist offenbar einerseits bezeichnender und richtiger, insofern es nämlich das Wort „legitim" betrifft. Denn