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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 5-6 (1861) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
5-6 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 aber eine solche nicht darthun lassen. Denn wenn sich Ausdrücke finden wie der Gal. 6, 16, wo der Apostel spricht von dem Israel Gottes, oder wie der Röm. 2, 28: „Das ist ein Jude, der inwendig verbargen ist; und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung"; oder Phil. 3, 3: „Wir sind die Beschneidung, die wir Gott im Geist dienen und rühmen uns von Jesu Christo " so ist ja dies noch immer etwas Anderes, als was man mit den Worten ausdrückt: die christliche Kirche ist das geistliche Israel. Mit dieser Benennung will man grade nur den Namen Israel den Nachkommen Jakobs nehmen und ihnen nur den Namen: Juden lassen, während der Apostel in den angeführten Stessen die letztere Benennung eben so auf die Gläubigen anwendet wie die erstere und eben so auch den Ausdruck: dieBeschneidung. Esdürfte aberwohl überhaupt schon sehr schwierig sein, eine genügende und befriedigende Antwort darüber zu geben oder zu bekommen, was man sich unter dem Wort: „geistlich" in diesem Falle eigentlich zu denken hat. Das Wort kommt jedenfalls im neuen Testament in verschiedener Bedeutung vor. Es wird gebraucht im Gegensatz zu „leiblich", wie wenn der Apostel 1. Cor. 9, 11 schreibt: „So wir euch das Geistliche säen, ist's ein groß Ding, ob wir euer Leibliches ernten?" oder wenn es Ebr. 42, 9 heißt: „So wir haben unsre leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt, sollten wir denn nicht vielmehr unterthan sein dem geistlichen Vater, daß wir leben?" In 1. Cor. 15, 44—47 bildet es den Gegensatz von „natürlich" oder eigentlich: „seelisch" und „irdisch": „hat man einen natürlichen — eigentlich: seelischen — Leib, so hat man auch einen geistlichen Leid" u. s. w. Wiederum in andern Stellen ist es entgegengesetzt dem Ausdruck: „fleischlich". So schreibt der Apostel Paulus 1. Cor. 3,1: „Und ich, liebe Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, wie mit jungen Kindern." Gerlach sagt bei dieser Stelle in seinem Bibelwerke: „Die Worte „geistlich, fleischlich" braucht der Apostel hier itt einem etwas andern Sinne, als Röm. 7, 5.14; 8, 5; Gal. 6,1". Es hat also das Wort: „geistlich" in verschiedenen Stellen einen ver- . schiedenen Sinn. Eph. 5,19 steht dasselbe im Gegensatz zu sündlich oder weltlich, wenn es heißt: „Redet unter einander von .. geist-

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