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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 5-6 (1861) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
5-6 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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6? von andern Völkern genau und streng abgesonderte Nation. Und ist es etwa mit dem Israel des neuen Bundes anders? Ist, sobald wir den Boden deö Neuen Testaments betreten, das Israel, das von Jakob bis auf Christum bestanden, mit einem Male verschwunden? Tritt dasselbe, wie mit einem Schlage, vom Schauplatz ab, so daß desselben gar nicht mehr gedacht wirb? Ist diese Nation mit Stumpf und Stiel ausgerottet worden? und sind etwa die elenden und kümmerlichen Ueberreste, die sich ans einer solchen Vertilgung noch erhalten und gerettet haben, unter den andern Nationen aufgegangen, so daß man. jetzt keine Nachkommen Jakobs mehr Nachweisen kann? Dem Neuen Testament ist eine solche Ansicht durchaus fremd; da ist kein solcher Unterschied, keine solche Veränderung wahrzunehmen, die zwischen dem Israel des alten und dem des neuen Bundes eingetreten sei. Das Neue Testament redet von seinem ersten bis zu seinem letzten Buch, in seinen Lehrbüchern, den Episteln, wie in seinem geschichtlichen und prophetischen Theile von demselben Israel, von welchem das alte Testament von Anfang bis Ende redet. Und doch will man in unfern Tagen durchaus etwas Anderes an die Stelle Israels setzen. Wenn man sich jetzt in die Zeiten des alten Testaments versetzt, so denkt man sich etwas ganz Anderes unter der Benennung Israel, als wenn man von der Zeit des neuen Testaments redet. Hat man die letztere Zeit im Auge, so spricht man nur von einem sogenannten geistlichen Israel, und von einem andern scheint man so gut wie Nichts zu, wissen. Dies geistliche Israel, sagt man, ist die gesammte christliche Kirche. Man hat diese Redensart vielleicht von Jugend an oder seit einer Reihe von Jahrm gehört, und ohne zu prüfen und zu fragen, ob sie Sinn und Berechtigung hat, hat man sie angenommen und sich angeeignet, man ist mit derselben so vertraut geworden, daß man sich zuletzt vielleicht, darüber wundert, wie noch Jemand den Einfall haben könne, dieselbe für unstatthaft erklären zu wollen. Wir müssen gestehen, daß wir uns mit dieser heutiges Tages so allgemeinen und so beliebten Theorie von dem geistlichen Israel nicht befreunden können. Wir müßten doch wohl vor allen Dingen eine Berechtigung dazu im neuen Testament Nachweisen können. .Nach unserem Bedünken dürfte sich 5*

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