Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 3-4 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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63 und Ihr Licht sein, anstatt daß Sie von dem Urtheile gebrechlicher Menschen abhängen. Er. Auf seinen weißen Bart herabsehend, sagte er in einem sehr ergreifenden Tone: Ich bin alt und wohl betaget. Ich habe immer den MesstaS erwartet und wenn ich diesem Glauben entsagte, so würde ich von meinen Brüdern gesteinigt werden. Ich. Gott behüte, daß ich Ihnen die Entsagung Ihres Glaubens anrathen sollte. Im Gegentheil wünsche ich um Ihres Friedens und Ihrer Seelen Seligkeit willen, daß Sie glauben mögen, was Sie Ihr ganzes Leben nicht gethan haben. Ihr irdisches Glück oder Elend sollte nicht der Hauptgegenstand Ihres Nachdenkens sein. In der Kraft des Herrn und sich seiner gnädigen Fürsorge hingebend können Sie aller Gefahr und Schmach Trotz bieten, überdies mit einem alten Rabbi ausrufen: „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" Er. Ich wünsche, ich wäre jünger. Ich. Gelobt sei der Herr, daß Sie bis auf diesen Tag aufgespart worden sind, um in Ihren letzten Stunden „die Herrlichkeit seines Volkes Israel" zu sehen, und mit dem alten Simeon sagen zu können: „Herr, nun läffest du deinen Diener in Frieden fahren." Mein Freund, der Rabbi, antwortete nicht mehr, weil, wie ich glaube, er den Betrug der Sicherheit, in welche er so viele Jahre eingehüllt war, erkannte. Er schien sich seiner geistlichen Gefahr bewußt, sowie daß er einer Erlösung bedürfe. Vielleicht lispelten seine Lippen: „Gott sei mir Sünder gnädig!" Ich verließ ihn und betete, daß himmlisches Licht in seine Seele dringen und ihn fühlen lassen möchte den Besitz seines Gottes. Als ich zurück kehrte, folgten mir Elijahu Mesrachi, der erwähnte Chacham und drei jerusalemer Chachams, welche sich in Ghardaia aushielten, und eine Anzahl eingeborner Juden, welche Exemplare der heiligen Schrift zu haben wünschten. Ich las diesen Freunden verschiedene Stellen der Schrift vor, die sich auf den Messias beziehen, und predigte ihnen Buße und Rückkehr zu Gott und den Glauben an Jesum Christum, bis sie die Stunde des Abendgebets abrief.