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Dibre Emeth · 1861-01-01 · 3-4 (1861) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
17 (1861)
Issue
3-4 (1861)
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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63 Besuch der Synagoge. Am folgenden Tage, dem Sabbathtage der Juden, war ich, während in der Synagoge Gottesdienst gehalten wurde, auf dem Hofe von einer Menge Juden umgeben, welche nach dem Worte Gottes hungerten und dursteten. Ich unterhielt mich mit ihnen, oder vielmehr sprach zu ihnen von dem wirklichen oder eingebildeten Gebete, der angebornen Feindschaft des menschlichen Herzens rc. Einige verlangten Beweise für das Dasein Gottes und die Wahrhaftigkeit der göttlichen Offenbarung, Andern empfahl ich dringend das Studium derselben und das Erforderniß einer genauen Erkenntniß geistlicher Dinge und zeigte ihnen den heilsamen Einfluß derselben auf bas Gemüth; ich wies auf den Messias hin, den alleinigen Grund des Friedens und Heils unserer Seele, der sie unter allen Versuchungen und Veränderungen des Lebens und unter allen Widerwärtigkeiten und Verfolgungen der Welt ruhig und fest erhalten kann, und wie wir uns trotz der Leiden und der Entbehrung durch ihn alle Segnungen eines künftigen und bessern Lebens vergegenwärtigen können. Dies waren die Punkte, auf welche ich die Aufmerksamkeit meiner Zuhörer richtete. Nach dem Gottesdienste begleitete ich mehrere nach Hause, wo ich sowohl zu Männern als Frauen von dem ewigen Frieden reden konnte. Am Abende kam ich, in Folge der Veranstaltung Jtakh s, noch einmal mit allen Juden in der Synagoge zusammen, wo sie, anstatt auf die Erklärung einer Agadah (talmudischen Legende) von Seiten des Rabbiners, auf die prophetischen Weissagungen hörten, welche sich auf unsers Heilandes erste und zweite Erscheinung beziehen. Ein empfindlicher Cbacham, getroffen von meiner Anspielung auf den Rabbinismus, verursachte einen Tumult. Da ich die Ursache davon nicht kannte und unfähig war, die Folgen eines Aufruhrs in einem engen, finstern und gedrängt vollem Gebäude zu berechnen, so blickte ich einen Augenblick um mich und wünschte mich zurückzuziehen. Aber das war unmöglich, da der Ausgang eben so schwer war, wie der Eingang. Ich setzte mich daher nieder, und da es wieder ruhig war, nahm ich meinen Gegenstand wieder auf und setzte ihn fort bis mir Jtakh durch ein Zeichen andeutete, daß es Zeit zum Mincha (Abendgebete) sei.

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