Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 3-4 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Als mich meine jüdischen Freunde verließen, hoffte ich mich niederlegen zu können. Aber siehe, sie verließen mich nur, um Andern Platz zu machen. Nicht weniger als ein Dutzend kamen zugleich herein, während zwei oder mehr warteten, ihren Platz einzunehmen. Mich freundlich grüßend, wünschten sie ein gut Theil über meine Person und den Zweck meines Besuches zu wissen. Ich befriedigte ihre Neugier und predigte ihnen daS Evangelium des Friedens. Sie baten mich, ihnen meine Bibeln zu zeigen; aber eingedenk, daß der Anblick derselben Geräusch und Verwirrung Hervorrufen, und bei ihren muselmännischen Nachbarn vielleicht Mißfallen verursachen könnte, schlug ich ihnen vor, daß ein Jeder ihrem Scheck seinen Namen geben und das Buch sowohl als dessen Preis bezeichnen möchte, und daß ich diesem ihre Bücher übergeben wollte; in diesen Vorschlag willigten sie, obgleich nur ungern. Als mich diese verließen, kamen Andere, welche dann wieder von Andern ersetzt wurden bis spät des Abends, wo ich dann denen die Thür verschließen mußte, zu welchen ich gesandt war. Den 5. Früh am Morgen hörte ich anklopfen und erkannte die Stimme des freundlichen Jtakh. Er sagte, daß er nicht gewußt hätte, daß die Bücher, welche er gesehen, zum Verkauf wären. Er kaufte eine Bibel und einen Pentateuch für sich selbst und sagte, daß ich nicht erwarten dürfe, daß die Juden dafür zahlen würden; sie wären, wie er vorgab, alle sehr arm, der Reichste sei ärmer, als der Aermste in Algier. Nicht geneigt, seine Aussage als wahr anzunehmen, sagte ich ihm, daß ich in der That erstaunt und betrübt sein würde, wenn eure Brüder, die so viel Geld für Vergnügen und ein üppiges Leben verschwenden, indem sie für jede Frau kostbare Sachen kaufen, Anstand nehmen sollten, ein Buch zu kaufen, das die Quelle des Lichts und Lebens ist, dessen Urheber der Urheber unseres Lebens und unserer Seele ist und durch dessen Studium wir uns mit Gott bekannt machen und Frieden erlangen können. Verbreitung der Schrift. Ich war aus gewesen und als ich zurück in die Nähe meiner Wohnung kam, wurde ich von einer Menge Israeliten überrascht,