Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 3-4 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 hat diesem Volke sein Gesetz gegeben , in welchem er ihnen nicht nur Leben und Tod, Segen und Fluch, den ganzen Gottesdienst, Erkennt» niß der Sünden, Buße u. s. w. predigte, sondern durch welches er zugleich auch gleichsam gewisse Grenzen um sie zog, die sie von den um sie herum wohnenden Völkern absondern sollten. Daß zu verschiedenen Zeiten einige oder mehrere Personen in dieses Volk eintraten, und somit einige Proselyten in den Schooß Israels ausgenommen wurden, kann dabei in keinen besondern Betracht kommen; denn sie mußten i« nicht nur ihre heidnische Religion, sondern auch ihre Nationalität aufgeben. Durch die ganze Zeit deS alt. Test, steht das leibl. oder geschichtl. Israel, d. h. die natürliche Nachkommenschaft Abrahams, Isaaks und Jakobs als das auserwählte Volk Gottes da. Damit ist aber natürlich nicht gesagt, und soll auch keineSweges im Entferntesten gesagt sein, daß alle leiblichen Kinder dieser Patriarchen zugleich Kinder und Erben des Glaubens Abrahams oder Gotteskämpfer wie Jakob waren. Eie alle bildeten wohl das äußere, sichtbare Volk Gottes; aber an ihrer Vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen. Andererseits aber sind sie um aller ihrer Sünden willen doch nicht so. von Gott verstoßen worden, daß sie aüfgehört hätten, das Volk Israel zu sein; wie MoseS 3. B. 26, 44 schreibt: „Auch wenn sie schon in der Feinde Land sind, Habe ich sie gleichwohl nicht verworfen, und ekelt mich ihrer nicht also, daß es mit ihnen aus sein sollte und mein Bund mit ihnen sollte nicht mehr gelten; denn ich bin der Herr ihr Gott." Das Volk Israel war als solches der Träger und Bewahrer der großen Güter und Schätze, die der Herr in seiner Gnade ihnen anvertraute, welche Güter der Apostel Röm. 9, 4.5 aufzählt, wenn er schreibt: „Welchen gehört die Kind - schaft, und die Herrlichkeit, und der Bund, und das Gesetz, und der Gottesdienst, und die Verheißung; welcher auch sind die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über Alles, gelobet in Ewigkeit." Es würde widersinnig sein, zu denken oder zu sagen, diese großen Güter seien nur den ächten Söhnen, nur den Glaubenskindern Abrahams, anvertraul worden. Denn wenn der Apostel von einem solchen Israel spricht, für welches er ohne Unterlaß große Traurigkeit und Schmerzen in seinem Herzen habe,