Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 1-2 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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29 Da sie nach ihrem fleischlichen Herzen und sinnlichen Begierden nicht gewohnt, sind, auf etwas Geistliches und Ewiges zu merken, so wollten sie nur von ihren zeitlichen Leiden und ihrer zeitlichen Erlösung reden. Ich warnte und ermahnte sie, zuerst an das Reich Gottes zu denken, und fügte hinzu, hätten ihre Vorfahren den so nachdrücklichen und oft wiederholten Ermahnungen der Propheten entsprochen, so würden sie ihnen gewiß ihre gegenwärtige jammervolle Lage erspart haben. Und eben jetzt, wenn sie auf die Botschaft meines himmlischen Meisters einzugehen bereit wären, giebt es noch ein sicheres Heilmittel für alle ihre Klagen. Da die Zahl der Juden in Grara nicht sehr groß ist, so konnte ich sie im Laufe des Nachmittags alle besuchen. Ungeachtet ihrer Geistesarmuth und ihres weltlichen Sinnes hörten sie doch willig die Predigt vom Kreuze an, aber da sie nicht hebräisch lesen können, so sind sie aller Mittel zur Vervollkommnung außer der mündlichen Belehrung beraubt. Es ist daher an uns, die wir Gnade empfangen haben, vor dem Throne der Gnade für diese umnachteten Wanderer der Wüste zu beten und zu ringen. O, Herr! erlöse dein Volk, die Uebriggebliebenen aus Israel! Die fünf Städte der Beni-M'zab. April 3. — Nach einer ferneren zweitägigen Reise in der Wüste in einer Atmosphäre gleich eines Ofens, ermüdet von der Einförmigkeit der Gegend, und verloren auf pfablosen Ebenen, unfähig den Weg zu erkennen, bemerkte ich, am Nachmittage, in einer Entfernung Höhen, welche sich bei unserer Annäherung als Hügel bewiesen. Ich eilte voraus in der Erwartung von ihren Spitzen eine Veränderung der Landschaft zu erblicken. Als ich eben die höchste Höhe erreicht hatte, fand ich mich sehr getäuscht, indem ich eine andere Reihe Berge sah , und als ich auch da angelangt war, eine dritte. Als ich an der Seite der letzteren hinauf stieg, war ich sehr erfreut, das zu finden, was ich so ängstlich suchte; ich sah da einen tiefen felsigen Abhang und an dessen Fuße zur Rechten und Linken ein Thal in der Gestalt eines ausgetrockneten Flusses mit Weizen und Hafer bebaut und vielen Dattelbäumen. Gegenüber dem Gipfel, von