Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 1-2 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Gegenstand des Hasses. In einem „Literarischen Wochenbericht," der eine Recension einer Abhandlung des Professor H. Ewald gegen vr. Zunz enthält, S. 588 u. 589 lesen wir Folgendes: „Wir fragen' nur das> Eine: Glaubt Herr E., daß unser Verfasser—vr. Zunz— mit jenemHaß und jenen schweren Vorurtheilen an feine Forschungen gegangen ist? Nein und zehnmal nein! Ein Mann, auf der Höhe unserer Zeit stehend, haßt nicht ex principio. Ja noch mehr, die Juden haben das Christenthum niemals gehaßt, wohl aber eine Christenheit, welche vom Christenthum nichts weiter als den Namen trug, eine Christenheit, welche selbst.christliches Gesetz und christliches Recht und christliche Liebe mit Füßen trat." Es ist nicht nöth'ig ■ zu diesem Zeugniß irgend welche Bemerkung zu machen. Ohne ein Wort für die Christen hier sagen zu wollen, da wir unser Unheil schon oft genug abgegeben haben, müssen wir sagen, die Geschichte von 18 Jahrhunderten legt Zeugniß ab, die vorhandenen Jahrgänge der allg. Z. d. I. geben ebenfalls vielfaches Zeugniß, ob die Juden das Christenthum niemals gehaßt haben. Nach dem bekannten Sprüchwort: der Person Freund, der Sache Feind, glaubten wir aber, daß die Personen vom Haffe ausgenommen wären, um so mehr, da doch die Judenz. den Grundsatz verwerfen dürfte, daß Israel nur den Nächsten zu lieben verpflichtet sei, der selbst auch ein Jude sei. Nun aber hören wir „auf der Höhe unserer Zeit stehend, daß die Juden niemals das Christenthum, wohl aber die Christenheit Haffen. Solche Zeugnisse stellen Männer „auf der Höhe unserer Zeit stehend" aus über den Zustand längst cmancipirter Juden und über ihre eigenen Grundsätze! Es ist die Frage, wer höher oder niedriger steht, ob die Masse des niedrigsten Pöbels, die mit Steinen und Messer auf Mord ausgehen, oder diejenigen, die sich rühmen auf der Höhe unserer Zeit zu stehen und dabei Christenhaß lehren und Christenmord preisen? Mußte ein Jeremias so bitterlich weinen, als er den Zustand Jsraess zur Zeit der babilonischen Gefangenschaft ansah, was würde er für- Klagelieder anstimmen, wenn er den heutigen Zustand seines so tief gesunkenen Volkes sehen sollte!? Noch wollen wir erwähnen, daß in dem verflossenen Jahre