Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 1-2 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 ein Mann aus Israel durch den Tod abgerufen worden ist, der auch in der christlichen Welt einen großen Ruf und guten Namen hat, nämlich vr. Jost in Frankfurt am Main. Er ist rühmlichst bekannt als Geschichtsforscher, und in seinen Schriften wie in feinem Umgänge hat er eine so milde und freundliche Gesinnung gegen Christen und Christenthum gezeigt, die leider nur selten aber desto wohlthuender und angenehmer ist. — Auf dem christlichen Gebiete sind unsers Wissens keine besonderen Vorkommenheiten in Bezug auf unseren Gegenstand zu erwähnen. Die Fragen oder vielmehr die biblischen Lehren von der künftigen Bekehrung Israels, von ihrer Wiederherstellung in ihrem eigenen Lande und besonders die Lehre vom tausendjährigen Reich werden bald hie bald da erörtert, in Schriften und Predigten abgehandelt. Manche greifen diese Lehren an, Andere vertheidigen sie als schriftgemäß. Von mancher Seite ist man ängstlich bemüht, alle diese Gegenstände abzuweisen und fern zu halten, man achtet sorgfältig auf die unschuldigsten Aeußerungen und-meint bald die gefährliche Lehre vom.krassesten Chiliasmus zu wittern, wo nicht der entfernteste und leiseste Gedanke an Chiliasmus vorhanden ist. Ein Pastor, der sich für die Judenbekehrung interessirt, hatte einen Artikel in eine christl, Zeitschrift einrücken lassen , dem er die Bibelstelle zur Ueberschrift gegeben: „Ach, daß die Hilfe aus Zion über Israel käme!" Um dieser Ueberschrift willen wurde der Pastor von einem andern Pastor in einer öffentlichen Versammlung des Chiliasmus beschuldigt! Der Angegriffene vertheidigte sich und erklärte es mit vollem Recht gradezu für Unsinn, auf solchen Grund eine solche Beschuldigung zu erheben. Man hat schon allerlei Gründe gegen die Lehre vom tausendjährigen Reiche vorgebracht, unter andern auch den» und zwar als einen sehr gewichtigen, daß die Vertheidiger des Chiliasmus durchaus nicht unter sich einig wären, und es vielleicht so vielerlei Ansichten und Meinungen über diesen Gegenstand gäbe, als Köpfe, die ihn behaupten und lehren. Wenn aber das ein Grund fein soll, die Lehre und die Sache selbst deshalb ganz zu verwerfen und ihr Vorhandensein zu leugnen, so ist die Frage, welche bibl. Lehre wir dann wohl noch fest halten dürften und könnten? Denn