Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 17 (1861)
- Issue
- 1-2 (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 ungen leiten könnten! Gottlob, das vermögen sie doch nicht, das Rad des Zeitgeistes in seinem Lauf auszuhalren." Auch wird durch die Veranstaltung einer israelit. Uebersetzung und Ausgabe der Bibel die Regeneration Israels noch nicht bewirkt, sondern diese ist nur zu erwarten von einer Veränderung der Gesinnung, von der Umkehr des Herzens zur Bibel und dem Gort der Bibel. WaS hilft es, wenn Israel auch rühmr und rühmen kann, wir sind die Träger der göttlichen Wahrheit gewesen, wir haben auch jetzt unsere eigene hebr. Bibel, wir haben unsere eigene, sorgfältig aüsgestattete Uebersetzung, wenn man dabei ohne alle Scheu fortfährt, den Inhalt der Bibel im Unglauben zu verwerfen, die Propheten für Schwärmer zu erklären und den Grundsatz fest zu Hallen, man müsse erst mit Vernunft, Herz und Geschichte prüfen, was in der Bibel Wahrheit ist und was nicht? Was hilft es, in die Welt hineinschreiben, wie Stern in seiner Geschichte des Judenlhums Seite 21, 22: „Seit die Thora als göttliches Wort verkündet und anerkannt war, ist die kleine Schaar seiner Bekenner inmitten der unermeßlichen Ueberzahl Andersglaubender, niemals wieder ihrer Religion entfremdet oder untreu geworden, und hat unter diesem Palladium gegen die Riesenmacht des Heidenthums und des Ehristenthums einen mehr als zweitausendjährigen Kampf des Widerstandes gekämpft, ohne jemals zu unterliegen, jemals sich selbst untreuzu werden. Ja, es hat den Triumph erlebt, daß dieselben Griechen mit denen es um die Erhaltung dieses Palladiums einen ungleichen aber siegreichen Kampf gekämpft, später, als Christen, zu demselben Palladium sich bekannten, das sie einst so bitter bekämpft hatten."— Es ist ja doch nur die Sprache der frechsten Verhöhnung aller Geschichte. Rügt denn nicht schon Moses und alle Propheten nach ihm die fortwährende Untreue Israels? Oder ist es keine Untreue gegen die h. Schrift, wenn derselbe Stern S. 7 unbedenklich erklärt, daß Israel nicht den Worten Und Vorschriften der Propheten folgen, sondern das Licht ihres eigenen Geistes und die Stimme ihres eigenen Herzens begreifen lernen sollten? Was hilft es da, noch so großes Wesen machen, um eine Bibelausgabe, wenn die Bibel doch nichts Besseres ist uiid enthält als Schillers Poesien? In einem