Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 11-12 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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183 die eines Tages aus ihrer Zurückgezogenheit Hervorbrechen und alle irdischen Schätze in Besitz nehmen werden. Er bekräftigte seine Meinung mit der Thatsache, daß man selten Waffer auf der Oberfläche des Bodens sieht, während der Sand, der die Flußbetten bedeckt, dasselbe bis auf eine gewisse Tiefe verbirgt. Ich wollte seinen Geschichtchen nicht widersprechen, ermahnte ihn aber ernstlich, sein Seelenheil zu bedenken; er sei ein armer, hilfloser Sünder und bedürfe eines Heilandes; das Studium des Korans mit allen seinen cabbalistischen Gedanken würde ihm vor dem Richterstuhl Gottes eben so wenig helfen, wie das Lesen der Torah mit allen rabbinischen Beobachtungen den Juden selig machen könne. Die Worte Torah, Jude u. s. w. berührten eine zarte Saite. „Kennen Sie," fragte er, „die jüdische Religion? welche von beiden würden Sie vorziehen, die Muhamedanische oder die Jüdische?" „Ich stelle nicht gern Vergleichungen an; meine Meinung würde Ihnen wenig nutzen, sie könnte zu fruchtlosen Erörterungen führen, unangenehme Gefühle erregen und in unfreundlicher Behandlung eines Fremden enden. Ueberdies habe ich schon erklärt, daß sowohl Ihr als auch die Juden in Bezug auf das Seelenheil in gleicher Lage seid. Ich will nur hinzufügen, daß nach dem Worte Gottes, wie es die Propheten verkündigt haben, deren göttliches Ansehen Ihr und ich anerkennen, wir uns nicht selbst erlösen können, und daß kein andrer Name unter dem Himmel uns gegeben ist, in dem wir können selig werden, als der Name Jesus Christus." Unterredung mit Juden. Den nächsten Tag versammelte sich das Häuflein der wandernden Israeliten im Hause des Rabbi A. T., um mit mir zusammen zu kommen. Ich erklärte ihnen, daß ich lediglich darum zu ihnen gekommen sei, um ihnen die frohe Botschaft zu verkündigen, daß der Messias gekommen sei. Ich stellte ihnen den leiblichen Zustand ihrer Brüder in ganz Afrika vor Augen, ihre blutigen Verfolgungen im Nordosten, und ihre Vertreibung im Nordwesten, ihre Zerstreuung über die ganze Erde, die Verachtung, Mißhandlung und das Un-