Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 11-12 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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183 recht, das sie selbst unter den eivilistrten Völkern Europas erfahren und sagte: wenn unser Herz bei diesen zeitlichen Leiden schon mächtig ergriffen wird, was müssen wir fühlen beim Blick auf ihren geistigen Zustand? Betrachtet das lohnsüchtige Wesen der Rabbinen, die Gleichgültigkeit und den Weltfinn des Volkes, ihre Gewinnsucht, um welcher willen sie besonders in Algerien die Werkzeuge und Vermittler der greulichsten Unstttlichkeit geworden sind, ihre Trägheit und Aögeneigtheit, das WortGotteS zu hören und Anderes, so daß der geistige Tod zu ihren Fenstern hereingesallen und in ihre Palläste und Wohnungen gekommen ist. „Aber ist denn keine Salbe in Gilead und ist denn kein Arzt da?" „Allerdings," antwortete ich auf diese Frage des Propheten, es ist ein Heilmittel vorhanden, es ist ein Arzt da, der um unserer Missethat willen verwundet, um unserer Sünde willen zerschlagen ist und durch dessen Wunden wir geheilet werden; das ist der, den Moses und die Propheten als den Messias Israels verkündiget haben; er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, und wer an ihn glaubet, der soll selig werden. Um nicht von Muhamedanern gestört zu werden, kamen wir den nächsten Tag in einiger Entfernung von der Stadt zusammen, wo unS zwei Palmen Schatten und ein mit frischem Wasser gefüllter Krug einen Trank gewährten. — Ich las Jes. 53 und predigte ihnen das Leiden und Sterben des Mannes der Schmerzen; ich suchte sie von der Sünde zu überzeugen und ein Verlangen nach der Versöhnung mit Gott zu erwecken. So unwissend auch die meisten dieser verlornen Israeliten waren, so glaube ich doch, daß sie die gute Botschaft von der erlösenden Liebe zu würdigen verstanden und ich verließ sie mit dem Eindruck, daß, wenn ihnen bas Evangelium nur stets vorgehalten würde in Wort und Wandel, sie Den finden würden, der sie in seine ausgestreckten Arme nehmen und selig machen will. Temassin, ztzsten. Nachdem ich durch des Kaids freundlichen Beistand reisefertig war, setzte ich meine Reise weiter nach S übwest fort^ und langte Nachmittags in Temassin an, einer Stadt von einem Walde