Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 11-12 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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179 der Bevölkerung inTugurt ausmachten, fortwährend ein Gegenstand seiner Tyrannei. Rach schwerer Unterdrückung und Verfolgung wurden die Juden zuletzt aufgefordert, den Islam anzunehmen oder binnen 24 Stunden die Stadt zu verlassen, mit Zurücklassung ihrer Weiber und Kinder. Jeder Jude, der nach dieser Frist noch gefunden würde, ohne sich für den neuen Glauben erklärt zu haben, sollte in die Strafe eines „Kofer," Ungläubigen, verfallen. Ben Gellad schnaubend vor Rache und Ungerechtigkeit und fortwährend trunken von dem berauschenden Getränk Makhia, war unerbittlich. Trotz der sengenden Atmosphäre des Juni und mit Hintansetzung des feierlichen Pfingstfestes ergriffen mehrere Juden, zur Ehre des Namens des Gottes Israels, in der Nacht die Flucht, überließen ihre Familien und Eigenthum den Händen ihres unbarmherzigen Feindes und wandelten in andre Länder, während die große Mehrzahl derselben sich in den Synagogen versammelte und unter Beten und Weinen vor der Torah zu der Ueberzeugung kam, daß, da kein Abschwörungseid von dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, stoch ein Huldigungseid dem Propheten verlangt würde, ste den Heiligen Israels minder lästern würden, wenn sie sagten: Muhamed war der Gesandte Gottes, als wenn sie ihr Leben hingäben; oder aus dem Lande gingen und ihre Weiber und Kinder zurückließen, um von ihren Feinden geschändet zu werden. Auf diese Weise bekannte sich der ganze Stamm zum Glauben des Islam. Viele Familien verließen später, wie mir mein Gewährsmann erzählte, das Land und kehrten zu ihrer alten Religion zurück; die übrigen aber blieben Anhänger Muhameds bis auf diesen Tag. Die meisten der Marabouts und Tolbas (Theologen) sind Nachkommen dieser Renegaten, führen aber noch den Namen Juden und ihre Wohnungen sind auf einen gewissen Theil der Stadt beschränkt. Der beobachtende Reisende hat keine Schwierigkeit unter den zahlreichen eingebornen Racen die characteristischen Züge des jüdischen Gesichtes zu erkennen, trotz der Aehnlichkeit der Kleidung. Es ist sehr merkwürdig, daß trotz des Einflusses des Klimas die Juden 12'