Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 11-12 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Glaubt Ihr im Herzen an den Propheten und den Koran oder an Moses und das Gesetz Gottes?" Mit einem verwirrten Lächeln und einer höflichen Verbeugung empfahl er sich und ging davon. Einige Zeit vorher, ehe ich diese Reise antrat, hatte mir ein Reifender von „einem ganzen Stamme der Juden, die den Islam angenommen hätten," erzählt. Ich schenkte dieser Mittheilung wenig Glauben und hatte auch die Angelegenheit gänzlich vergessen. Jetzt wurde ich an jene Erzählung erinnert, ich fühlte das lebhafteste Interesse in der Sache, und ich ging nicht eher in mein Zelt zurück, bis ich eine genaue und zuverlässige Nachricht von einer solchen Bekehrung der Juden im Großen erlangt haben würde. Indem ich nun aus einer Straße und Gasse in die andere ging und überall in jedes Haus guckte, wo nur eine Oeffnung war, sähe ich in einem drei Personen auf eine Palmmatte gestreckt liegen, deren Kleidung der der Juden auf den Oasen glich. Das feine Ansehen des Einen, seine schöne Farbe, rundes Gesicht, dunkle und funkelnde Augen und freie Stirn, sein Bart ließen keinen Zweifel in mir hinsichtlich seiner Abstammung. Ich trat ein und grüßte sie mit dem Gruß der Muselmänner. Sie sahen mich mit stieren Blicken an und murmelten Etwas hin, was ich nicht verstand. „Friede sei mit Euch, ihr Söhne der Verbannung," sagte ich dann im Hebräischen. „Bei meinem Haupte," sagte einer, „er ist ein Jehudi" und alle antworteten: „Baruch haba," (gesegnet sei, der da kommt) was so viel heißt wie: Willkommen! Sie standen auf, ergriffen meine Hand um sie zu küssen und waren sehr begierig zu wissen, wer ich sei und weshalb ich komme. Ich sagte ihnen, daß ich um ihres Wohls willen hier sei. Sie begleiteten mich zu einem Juden, von dem ich genaue.Rachricht über alle Punkte erhielt, über welche ich Belehrung wünschte. Die Bekehrung der Juden in Tugurt zum Muhamedanismus. Unter der grausamen und despotischen Regierung eines Kaid von der Familie Ben Gellad waren die Juden, die nach der Angabe meines Gewährsmannes seit undenklichen Zellen fast die Hälfte