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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 11-12 (1860) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
11-12 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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174 ger einer besonder« Parthei, schien angenehm, edel und gastfrei. Auf meinen Wunsch schickte er sogleich nach dem Rabbinen. Derselbe ist aus Tunis gebürtig und seiner Profession nach ein Silberarbeiter, er versteht die Stelle eines Rabbiners, Schochat, Schleach Zibur und lebt von seiner Hände Arbeit. Er spricht fließend hebräisch. In dieser Sprache erzählt/ ich ihm den Zweck meiner Reise und erfuhr von ihm manche Einzelnheiten über die jüdische Bevölkerung in El-Ouid. 16t-n, Seinem Versprechen gemäß kam der Rabbiner diesen Morgen, um mich zu den Juden zu begleiten, deren etwa hundert hier leben, die theils von Tunis hergekommen sind, theils von den Beni M'zab abstammen. Jene sprechen hebräisch und scheinen religiös zu sein, diese sind sehr unwissend und gleichgültig in Absicht auf Religion. Ein herrschendes Laster der ganzen jüdischen Bevölkerung auf diesen Oasen ist der unmäßige Gebrauch eines Getränkes, genannt „Makhia", das aus Datteln bereitet wird. Die Männer sind Silber- und Goldarbeiter oder treiben Handel in Wolle und anderen Maaren mit Djerid, das drei Tagereisen von Sous entfernt' ist.. Die Jüdinnen sitzen, wie ihre Landsleute, die Muhamedanerinnen, in ihrem Zelt von Kamels-Haaren und beschäftigen sich mit Wolleweben. In einem Laden entspann sich ein langes und feierliches Gespräch über den Messias, zu dem sich die meisten Juden einfanden und das erst endete, als der Chalife nach mir schickte und mich zum Morgenmahl holen ließ. Nachmittags ging ich in den Laden des Rabbiners, wo der Gegenstand fortgesetzt wurde. „Wo ist der Messias, von dem du sprichst", fragten sie. Meine Antwort war: „Sitzend zur Rechten seines.Vaters, bis er sich vom Himmel offenbaren wird mit seinen heiligen Engeln in Feuerflammen, Rache zu üben an denen, die Gott nicht erkennen, und nicht gehorsam sind seinem Evangelio." Sie führten dann Manches aus dem Talmud an, ich konnte aber diese Autorität nicht anerkennen und sagte: „In göttlichen Dingen müssen wir das Wort Gottes und nicht Menschenwort zu Rathe ziehen."

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