Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 11-12 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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172 in Wahrheit sagen, daß ich mich meinem Heilande niemals näher fühlte, als in jener Stunde. Ich empfahl meine arme Frau und meine eigene Seele dem Herrn, in dessen Dienst ich stand und der gesagt hat: „Ich bin bei euch alle Tage" und legte mich ergeben in seinen Willen und ohne Gefahr zu fürchten nieder. izte«. brachen heute früher aus als gewöhnlich. Der furchtbare Sturm dauerte fort; er fegte ganze Flächen dahin und riß den Sand gewaltig auf, noch mehr aber wurde ich beunruhigt, als die Araber wieder schrieen: „Captain, wir sind hungrig." Obwohl mein Mundvorrath sehr abgenommen hatte, da acht Araber bereits viermal von demselben gezehrt hatten, blieb mir doch nichts anderks übrig, als meine Reisetaschen abermals zu öffnen, um ihren Appetit zu stillen, und dann ging eswieder weiter. Da meineKarawane fürchtete, unsere Lebensmittel möchten nicht ausreichen, so schlug jeder einen besonderen Weg ein, um Miffelmi zu suchen, und ohne es zu merken, hatten mich alle meine Leute verlassen. Ich sah mich nach allen Seiten um und da ich nirgends Jemand entdecken konnte, war ich eine kurze Zeit in Besorgniß; aber siehe da, plötzlich höre ich den Ruf: „Miffelmi, Miffelmi." Dies war zwar nur eine Quelle anstatt einer Oase, aber ich fiel bei unsrer Ankunft nieder auf meine Kniee und dankte dem Herrn für seine gnädige Errettung. Hier entließ ich die fünf gierigen Begleiter und da wir nun allmählich aus dem Sandmeere herauskamen, erblickte ich zu meiner großen Freude die Oase von Guimar, die erste Stadt von El-Sous. — Guimar enthält 5 bis 6000 Einwohner, darunter sind 15 jüdische Familien. Uten. Am frühen Morgen geleitete mich unser Scheik Abdallah unter dem Zusammenlauf einer ungeheuren Volksmenge zu den Juden, mit denen ich den größten Theil des Tages beschäftiget war. Der Character dieser Juden ist sehr verschieden von dem der Algerischen; die meisten derselben kommen von Djerid im Königreich Tunis. Nur die Abkömmlinge der Beni M'zab leben in Vielweiberei. Sie werden von der Obrigkeit sehr gedrückt und nehmen aus Furcht vor Erpressungen den Schein der Armuth an. Diese abgesonderten und verbannten Juden sind sehr religiös, ihre Herzen seufzen vor Ver-