Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 11-12 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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m Nach der Anweisung des Commandanten in Biskra, sollte ich diese Oase nicht verlassen ohne einen tüchtigen Führer und fünf bewaffnete Männer mit mir zu nehmen; aber Niemand wollte es wagen im Monate Schaban diesen Weg durch die Sandwolken und Sandberge zu machen, wo es fast-unmöglich ist durchzukommen. Durch die große Gnade des Herrn, der Alles weislich lenkt, kam grade in der Stunde meiner größten Roth der^Secretair des Befehlshabers von Tugurt an dem Orte an, der nicht eher weiter reiste, bis er mich mit Führer und Begleitung abmarschiren sah. Sonntag Abend, den 11., sollten wir in Misselmi sein, aber es war unmöglich diesen Ort zu erreichen, und eben so unmöglich unser Zelt im Sande aufzuschlagen. Der Führer versicherte, wir würden den nächsten Morgen noch vor8 oder 1VUhr Misselmi sehen; aber umsonst. Acht hungrige Menschen, müde zum Hinsinken, verlangten Frühstück. Als ich die Reisetasche össnete, wurde gleich Alles voller Sand und was ich herauslangte wurde sofort vom Sande begraben, während der Sturmwind dasjenige mit sich fortkrieb, was nicht stark und schwer genug war Widerstand zu leisten. Ohne Zeitverlust setzten wir unsre Reise über die Sandhügel fort, die bisweilen mit uns zusammensanken und uns zu begraben drohten. Die Kameele sanken bis an den Bauch in den Sand und die Männer konnten nur mit großer Anstrengung im Sande fortkriechen. Die Nacht brach wieder über uns herein, und noch hatten wir den Ort nicht gesehen, den wir bereits vor L4 Stunden sollten erreicht haben. Ich stellte meine stille Betrachtung über den Führer an, und dachte, er sei entweder unbekannt mit der Gegend, oder habe böse Absichten im Sinne. Da keiner der andern Begleiter ein Wort des Tadels gegen ihn geäußert hatte, fürchtete ich, Letzteres möge der Fall sein und hielt sie für Mitschuldige. Heftiger Sturm und Blitz trieben uns an, unsre Zelte aufzuschlagen, aber das war eine Sache der Unmöglichkeit. Meine Araber ließen sich ihr Abendbrod wohl schmecken , aber mein Herz war gar anders gestimmt. Ich hatte nicht daran gedacht, mein Grab in der Wüste zu finden, und der Gedanke, eine betrübte Wittwe in einem fremden Lande gelassen zu haben, war mir keineswegs angenehm. Dennoch aber kann ich