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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 11-12 (1860) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
11-12 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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164 denheit als etwas ganz Verwerfliches angesehen haben. Die Judenmission hat nun und nimmermehr den Beruf, sich in die kirchlichen Angelegenheiten der Christen zu mischen und Personen der bestehenden Kirchengemeinschaften um sich zu sammeln und zu neuen Secten zu bilden. Die Missionare der Londoner Gesellschaft, obwohl Manche derselben bereits viele Jahre in Breslau sind, haben daher auch einen jeden neuen Proselyten in die bestehenden Kirchen ausgenommen. Die sich für die reformirte Kirche erklärten, wurden in der Hofkirche getauft und die sich für die lutherische Kirche entschieden, empfingen in der St. Barbara-Kirche die heilige Taufe und ihre Namen wurden dann in das Kirchenbuch der Elisabeth- Gemeine eingetragen. Wir müssen uns um so entschiedener gegen das Verfahren des Herrn Prediger Edward erklären, als wir weder in den Gründen, welche die Mitglieder für die Bildung ihrer freien Kirche anführen, noch in den 19 Punkten, die ihr Glaubensbekenntniß ausdrücken sollen, einen einzigen Satz und Gedanken finden, der zu einem so ernsten, verantwortungsvollen, die Gewissen verwirrenden Schritte berechtigen könnte, wie die Bildung einer neuen Kirche ist. Es ist ein nichtiges, eitles und falsches Vorgeben, wenn sich die unterschriebenen Mitglieder den Schein geben, als seien sie in ihrem Gewissen beengt und gedrängt gewesen. Es ist offenbar, daß das ganze „offene Zeugniß" nur gegen die lutherische Kirche und Lehre, in einem oder dem andern Punkte auch gegen die katholische Kirche und gegen die Baptisten gerichtet ist; dagegen ist die „freie Kirche" in allen ihren Sätzen mit der reformirten Kirche in Uebereinstimmung. Ist aber dies der Fall, wie es wohl von Niemand wird bestritten werden, wo war denn da die Notwendigkeit und der Gewissenszwang, eine neue Kirche zu bilden? Wir wollen nicht daran erinnern, daß Herr Prediger Ed. zur bekannten kirchlichen Alliance gehört, welche Verbindung ihm doch gewiß viel eher die Pflicht auferlegt, für die Vereinigung der verschiedenen Kirchen Sorge zu tragen, als neue zu bilden; aber wir möchten fragen, ob es in Uebereinstimmung ist mit dem hohenpriesterlichen Gebet Jesu Christi Joh. 17, das doch unsers Wissens die neue Kirche ziemlich stark betont und hervorhebt? Es dürfte wohl Niemand, der das

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