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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 9-10 (1860) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
9-10 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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151 in dem Worte Gottes zwei schlagende Erläuterungen der Absichten Gottes in Betreff seines Volkes Israels. Die eine ist die des Winters, und die andere die des Todes, oder der Auflösung des menschlichen Körpers. Die erste finden wir in dem Propheten Jesaias erläuternd die gegenwärtige Lage Israels: „Wie eine Eiche und Linde, welche den Stamm haben, obwohl ihre Blätter abgestoßen werdetr. Ein heiliger Same wirb solcher Stamm sein." Jes. 6, 13 — das ist, wie ein Baum im Winter, dessen Blätter abgesallen sind, der aber doch seine Lebenskraft in sich hat, so ist es nun mit dem alten Volke; gleich einem Baume im Winter, von seinen Blättern entblößt und scheinbar todt, gehen sie durch die dunkle und schreckliche Zeit; aber wenn die belebende Wärme des Frühlings zurückkehrt und die Sonne ihre belebenden Strahlen herabsendet, so treibt der Baum Knospen und Blüthen, und so wird es auch mit dem Volke Israel sein. Israel wird dennoch blühen und grünen und den Erdboden mit Früchten erfüllen." Jcs. 27, 6. Die andere Erläuterung nimmt er aus dem 37. Kapitel Hesekiel, aus dem ein Theil bei Beginn der Verhandlungen vorgelefen wurde, und setzt nun das Bild von dem Felde voller Tobtengebeine auseinander. Wir müffen uns die Mittheilung wegen Mangel an Raumes versagen, und fügen nur noch die Schlußworte seiner Rede hinzu. „Es giebt noch andere Redner, die sprechen wollen, daher nur noch einige Worte zum Schluß. Während wir so auf die vergangene Geschichte Israels zurückblicken, welche nur ein dunkler Schatten von dem Zukünftigen ist, so möchte ich mir erlauben zu sagen, daß wir unsere Missionslhätigkeit unter den Juden nicht auf ihre prophetischen Aussichten oder auf unsere Gefühle für sie gründen, sondern vielmehr auf den allgemeinen und breiten Grund, auf welchem alle Missionsarbeit ruht: „Gehet hin. in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur." Dies schließt die Juden ebenso wie die Heiden ein, und was dies Gebot einschärft und die Verheißung verkündigt, wird Liebe und Dankbarkeit befördern. Denn verdanken wir nicht den Juden das, was unfern Seelen das Theuerste ist? Von wem erhielten wir das Wort Gottes? Wer schrieb es? Wer erhielt es und wer hat es uns überliefert? Wer war der, wel-

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