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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 9-10 (1860) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
9-10 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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150 Jude Abrahams Same ist nach dem Fleisch. Es wandelt kein anderer auf Erden, dessen Stammbaum bis zu diesem Alterthume hinaufreichte — der nicht sagen müßte im Vergleich mit den Juden: „Wir sind nur von gestern." Der Jude ist derjenige, den Gott vom Anfang« an im Gedächtniß hatte, wie wir lesen: „Da der Allerhöchste die Völker zertheilete und zerstreuete der Menschen Kinder, da setzte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Kinder Israels." 5. Mose 32, 8. Das ist das Volk, welches Gott aus dem Feuer zu sich reden hörte —welches Gott durch die Wüste leitete des Tages mit einer Wolkensäule und des Nachts mit einer Feuersäule. Das ist daö Volk, in dessen Stammregister die drei berühmten Linien gefunden werden: die Patriarchen, die Propheten und die Könige, mit einem Worte, es sind Israeliten, welchen gehöret die Kindschaft, und die Herrlichkeit, und die Bündnisse, und das Gesetz, und der Gottesvienst, und die Verheißung; welcher auch sind die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit." Röm. 9, 4. 5. Gab eS je eine Steigerung gleich dieser? Ist das nicht die Leiter, die aus der Erde steht und deren Spitze bis in den Himmel reicht? Und wie, wenn sic nun seit 1800 Jahren so zu sagen in ihrem nationalen Dasein eine Verminderung erlitten haben, und von dem Angesichte Gottes verstoßen zu sein scheinen, und abgeschnitten von der Beziehung zu ihm, hören sie dann auf ein Volk zu sein, oder hat Gott sein Volk ganz verstoßen? Nun wenn wir das Vergangene glauben — wenn wir glauben, daß die Zerstreuung der Juden die Erfüllung des geschriebenen Wortes Gottes ist, dann müssen wir auch gewiß sein, daß dies nicht sein kann. Denn in demselben Worte lesen wir: „Der Israel zerstreuet hat, wird es auch sammeln. Darum fürchte dich nicht, du Jakob, mein Knecht rc." Jerem. 46,28. „So spricht der Herr, der die Sonne dem Tage zum Licht giebt rc." Jerem. 31, 5—7. Wir haben also einen beständigen Zeugen vor uns, jeden Tag, an welchem die Sonne auf- und untergeht, und jeden Abend, an welchem der Mond seinen Lauf beginnt — wir haben in beiden einen stehenden Beweis, ein Zeugniß, daß „Gott sein Volk nicht verworfen hat,, das er zuvor versehen." Wir finden

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