Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 9-10 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554702-2554707--03362-2559259- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
144 und des Lebens. Es ist seine Freude wiederherzustellen, nicht zu zerstören. Die Herrlichkeit des kommenden Israels wird die des vergangenen übertreffen, und die Welt wird eine Schönheit und ein Glanz umgeben, wodurch das Paradies mit all seiner Lieblichkeit in Schatten gestellt werden wird. Nach seiner Verheißung warten wir eines neuen Himmels und einer neuen Erde, worin Gerechtigkeit wohnen wird. Und wenn der Tag kommt — und kommen wird er — so wird Israel einen herrlichen Theil und Platz haben in dieser Haushaltung; und wie werden wir dann Gott danken für die Ehre und das Vorrecht, daß wir einen geringen Antheil haben durften an dem Werke, die Botschaft von seiner Gnade und Liebe zu den verlornen Schafen aus dem Hause Israel zu bringen! Und wie wird es von Israels Könige selbst angesehen werden? „Gesegnet ist der, der dich segnet, und verflucht ist der, der dich verflucht." Endlich, was auch immer unsere Ansichten über das tausendjährige Reich — was auch immer unsere Ansichten über die Wiederherstellung der Juden — was auch immer unsere Ansichten über die Erneuerung des Himmels .und der Erde sein mögen, laßt uns eines Punktes .eingedenk sein. — Laßt uns bas kindliche Gebet des frommen Bischofs Hall zu Herzen nehmen: „O, theurer Herr," ruft er ans, „wie viele und fremdartige Gedanken haben die Menschen gehabt über dein Kommen zu regieren auf dieser sündigen Welt! Verleihe mir nur, daß du in meinem Herzen regierst, und dann komme, wenn du willst und wie du willst, es wirb gut mit mir stehen." Und wenn es einen Gedanken oder ein'Gefühl giebt, das sich dein Herzen aufdrängt, wenn der Herr vorder Thür steht, so wird es ohne Zweifel dem des heiligen Mannes verwandt sein, welcher sterbend sprach: „Ich fürchte mich nicht, meinem Herrn entgegen zu gehen. Er hat alle Furcht weggenommen. Aber ich scheue mich, ihm zu begegnen — ich schäme mich, daß ich für ihn so wenig gethan habe, da er für mich so viel gethan hat." Meine christlichen Freunde, laßt uns hingehen und mehr für ihn thun, damit wir weniger Ursache haben, uns zu schämen, wenn wir gerufen werden, ihm entgegenzugehen. Hierauf wurde dann der Beschluß genehmigt.