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Dibre Emeth · 1860-01-01 · 9-10 (1860) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
16 (1860)
Issue
9-10 (1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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145 Nun trat der Bischof von Sierra Leone auf und sprach nach einer kurzen Einleitung unter Andern: „Ich sagte, daß ich das jüdische Volk herzlich liebe. Ich habe es von meiner Jugend an geliebt. Ich bin mit einigen Juden in der Schule erzogen worden und von der Zeit an habe ich immer ein tiefes Gefühl der Achtung und Liebe zu ihnen gehabt. Aber überdies fühle ich, daß sie als ein Volk besondere Ansprüche auf meine Beachtung haben. Wenn ich ihre gegenwärtige Lage betrachte — wie sie auf der Erde zerstreut und als ein abgesondertes Volk gezeichnet sind, ohne König, ohne Land, ganz und gar — oder wenigstens in hohem Maße — ihrer frühem Vorrechte beraubt — so muß ich doch stets eingedenk sei», daß sie das auserwählte Volk Gottes sind. Sie sind unter Leiden und Züchtigung; aber der Herr spricht zu David: „So sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten, so will ich ihre Sünde mit der Ruthe heimsuchen und ihre Miffethat mit Plagen; aber meine Gnade will ich nicht von ihnen nehmen und meine Wahrheit nicht lassen fehlen. Ich will meinen Buyd nicht entheiligen und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist." Sie sind ein Volk unter der Züchtigung, aber sie sollen wieder hergestellt und zur Gnadengemeinschaft mit Gott und dem Vater zurück gebracht werden. Wenn ich daher meine Stimme erheben und ein Wort sagen kann, um euch anzuregen, größeres Interesse an ihnen zu nehmen, so fühle ich, daß ich meine schuldige Pflicht thue in dem,, was mein Vorrecht und meine Ehre ist. Wir fühlen und wissen es, daß nur Ein Name unter dem Himmel gegeben ist, durch den der Mensch selig werden kann — der Name des Herrn Jesu; und daß, wenn wir von der Sündenlast niedergebeugt werden, wir nur auf den gekreuzigten Jesus aufzublicken haben und unser Vertrauen auf ihn zu setzen, dann werden unsere Sünden vergeben. — Wer so gefühlt hat, sollte der nicht ängstlich wünschen, daß jeder einzelne Mensch dahin gebracht werde, zu schmecken und zu sehen, daß der Herr gnädig ist? -Aber der unbekehrte Jude hat diesen Trost nicht. Und wenn ich auf das Blatt sehe, das ich in diesem Saal finde, und das Nachricht giebt von dem . Zwecke dieser Gesellschaft, und finde, daß es nicht der ist, das zu versuchen, was nicht unsere Aufgabe ist — die Juden in ihr Land 10

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