Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 9-10 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Ul Linie des menschlichen Verstandes herabzusetzen. Was Gott meint, daS sagt er, und was er sagt, das meint er. Wenn er „ja" sagt, so meint er „ja;" wenn er „nein" sagt, so meint er „nein." Was er sagt, muß geschehend Himmel und Erde werden vergehen, aber die Wahrheit her Bibel wird in ihrer ganzen Buchstäblichkeit und Fülle auf die Trümmer der gegenwärtigen und auf die Rahmen der künftigen Welt geschrieben werden, und wird in die Flammen der Hölle und in die Herrlichkeit des Himmels für immer und immer geschrieben werden. Himmel und Erde werden vergehen, aber nicht ein Titel oder Buchstabe von der Wörtlichkeit der Schrift, wo Gott beabstchtigt hat, daß sie wörtlich sei. Die Schrift muß erfüllt werden. Und sehen wir nicht Zeichen und Symptome gewaltiger Dinge zum Vorschein kommen? Sehet den mächtigen Nachfolger Petri, wie er sich selbst nennt, mit seiner dreifachen Krone zitternd auf seinem wankenden Throne. Sehet seine Unterthanen, wie sie die sanfte Regierung ihres Hirten verwerfen, daß er in Gefahr ist, wieder nach Gaeta zu fliehen, wenn er nicht Zuflucht in Jerusalem sucht. Und was sind jetzt seine Bullen und Anathemas? Sie sind der Wiederhall der Vergangenheit, der Geist der Größe früherer Tage, die Signalschüffe, die uns verkündigen, daß das alte tausendjährige Schiff zwischen die Felsen gerathen ist, und die auf einander folgenden Salven, bald in Italien, bald in Rußland, bald in Portugal, bald in Irland wiederhallend, sind nur Zeichen, daß .es im Begriff ist, von den Wellen verschlungen zu werden; und obschon wir ihm das Rettungsboot zusenden, um die Schiffsmannschaft zu retten, und ihr zurufen: „Gehet aus von ihr, mein Volk, daß ihr nicht theilhaftig werdet ihrer Sünden, auf daß ihr nicht empfanget etwas von ihren Plagen," so werden wir doch, was das Schiff selbst betrifft, nicht einen einzigen Nagel hergeben, um es auszubessern und zusammen zu halten. Es hat den Wellen zu lange Trotz geboten; es hat die Völker zu weit niedergedrückt. Es wirb etwas Herrliches sein, wenn es untergeht und der Ruf vernommen wird: „Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babilon die große," und von der andern Seite der Wiederhall zu uns dringt: „Sie ist aufgestanben, sie ist ausgestanden, Jerusalem und die herrliche Stadt geworden —