Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 16 (1860)
- Issue
- 9-10 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 neidet werden können; denn dem Volke Gottes, den Gefreundten Christi nach dem Fleische einen Becher kalten Wassers darzureichen, wird einst für eine höhere Ehre geachtet werden, als alle Auszeichnungen und alle Diplome aller Universitäten auf der ganzen Erde. Zu der Zeit, aüf die ich anspiele, ereignete sich ein ganz eigenthümlicher Vorfall, und ich glaube, daß ich nicht Unrecht thue, ihn zu erwähnen. Es lag llr. Macgowan etwas auf dem Herzen, als er im Begriff war ins Ausland zu gehen, und das war der Mangel einer Versorgung für seinen Sohn, einen hoffnungsvollen Knaben, der eben ins Leben eintrat und für den Militairdienst entschlossen war. Gerade zu der Zeit gefiel cs Gott, daß unserm Präsidenten das Recht verliehen wurde auf einem Schiffe die Kadettenstelle zu vergeben, die er sofort vr. Macgowan für seinen Sohn anbot. So waren die Absichten Gottes erreicht. Wie köstlich ist es, zu sehen, in welcher Weise Gott die ehrt, welche ihn ehren. In Betreff der Miß Cooper kann ich sagen, daß sie eine würdige Nachfolgerin der christlichen Weiber war, welche die ersten unterm Kreuze und die letzten am Grabe waren. Diese christliche Frau war in jener Fußstapfcn getreten, hatte von demselben Geiste getrunken und liebte denselben Herrn. Herrlich war ihre Arbeit, lieblich und praktisch ging sie zu Werke, um ihre jüdischen Schwestern dadurch zu erheben, daß sie für Jüdinnen und jüdische Waisen eine Schule errichtete und einen Bazar gründete, wo die Arbeiten ihrer jüdischen Schwestern, welche mit ihren Nadeln sich ihren Unterhalt, erwarben, verkauft wurden. Welch ein schönes Denkmal der Liebesarbeit, welche im Herrn nicht vergeblich war! Und als sie in ihrem Zelte lag unter dem Schatten der Eiche Abrahams, denn sie starb unter ihrem Schatten, und als sie zu denen, die um sie standen, sagte: „Man sagt, daß wir keine Erhörung unserer Gebete haben — sehet die Eine," — indem sie auf ihre abgezehrte Gestalt hinwies — und damit anzeigte, daß ihr in ihrer Schwachheit Kraft verliehen worden sei — so war dieses Leben im Tode in der That eine Erhörung des Gebets, eine herrliche Gabe des gnädigen Gottes. Christliche Frauen Londons, von denen ich umgeben bin, wollt ihr nicht alle Vertreter ihrer kleinen Kinder werden, welche sie als mutterlose Waisen in Jerusalem